Traurig aber wahr…
In jeglichen Dienstleistungszweigen ist dieses doch der Fall. Besonders im sozialen Sektor. Wir sind alle nur noch Nummern. Selbst beim Finanzamt oder bei der Bezügestelle, Rentenstelle etc.
Überall müssen wir Nummern parat halten, damit die Leute am anderen Ende schauen können, wie die Lage ist. Aber keiner interessiert sich für das, was hinter dieser Nummer steckt.
Diese Problematik wurde mir in diesem Unterrichtsturnus mal wieder sehr bewusst offen gezeigt. Wir als kleine Lichter können zwar im kleinen Rahmen positiv wirkend werden, jedoch muss sich ganz oben bei der Politik was drehen und wenden.
Das wichtige aber ist doch, dass wir Menschen auf allen Ebenen betrachtet werden müssen. Egal, ob wir zur Bundesagentur für Arbeit gehen oder in ein Krankenhaus. Und da spielt es auch keine Rolle, aus welchem Land wir kommen.
Deutschland ist an sich sehr gut aufgestellt in der Versorgung und wir müssen zugeben, schlecht leben wir nicht. Aber das Bedauerliche ist doch, dass das Geld weiterhin regiert.
Beispiel Schwerbeschädigten-Ausweis:
Ein Mensch ist von Geburt an schwer hörgeschädigt, was im Alter weiter zunimmt. Normale Hörgeräte reichen nicht mehr. Er bekommt zwei Cochlea-Implantate eingesetzt. Den Ausweis hat er vor der OP noch. Nach regelrecht guter Einstellung der Implantate kann er sogar fast normal hören. Das Amt prüft nach Eingriff und Einstellung den Sachverhalt des Ausweises und will diesen ihn entziehen. Am anderen Ende hat keiner eine Ahnung, wie man mit den CI lebt. Denn sobald die äußeren Elektroden abgenommen werden, ist kein Hörvermögen mehr da. Aber das wissen die Laien im Amt doch nicht. Woher auch. Sie sind ja auch nicht allwissend. Trotzdem muss man sich doch, wenn man sich mit solch einem Fall auseinandersetzt, ein Bild machen können, indem man sich mit dem Fall vertraut macht und mit der Thematik. Man muss eben auch in mehrere Dimensionen schauen. Nicht nur sehen: „Ahh, der kann wieder normal menschlich hören“. Von wegen.
Solch ein ähnliches Erlebnis hatte ich heute mit einigen meiner Kollegen. Einige von denen haben gleiche Meinungen zu dieser Thematik.
Nehmen wir nur mal wieder die Diskussion vieler unnötiger Wirbelsäulen-Operationen. Das ist doch gerade wieder in aller Munde. Schuld ist die Regelung von oben. Das Abrechnungssystem, genauer DRG’s genannt. Es geht nur noch auf die Wirtschaftlichkeit aus. Traurig, aber wahr… Aber hey, man ist Dienstleister, kein Wirtschaftsunternehmen. Aber leider muss man sich ja weiter erhalten. Aber auf welchen Kosten…
Ich fand damals die Idee von Martin Schulz ja gar nicht so schlecht mit seinem Versprechen, aber durchbekommen hätte er es wohl eher nicht. Ich bin der Meinung, dass das DRG-System einfach umstrukturiert werden muss oder man ein Mittel findet zwischen dem, was es zuvor gab und der DRG’s. Ich erwähne nur mal einen leicht fiktiven Begriff: blutige Entlassung. Auf manche Art und Weise sehr grenzwertig.
Was ich mit diesen Dingen mitteilen möchte, ist, dass man nicht nur eine Dimension oder zwei betrachten darf. Wir sind Menschen. Wir müssen physiologisch, psychologisch, sozial und spirituell betrachtet werden. Die reale Welt sehen und nicht nur irgendwelche Zahlen und Fakten. Es MUSS kommuniziert werden, und das auf AUGENHÖHE!! Das sollten wir alle, auch die Politiker da oben.
Zuhören und Probleme sehen/erkennen.
Danke für eure Aufmerksamkeit. Schönen Abend noch.