
Kennt ihr das Gefühl, wenn man manchmal allein dasteht und auf einmal einen kleinen Hinweis von außen bekommt und man damit einen riesigen Schritt nach vorn kommt. Es gibt einen wieder Mut weiterzumachen.
Mit dem heutigen Tag möchte ich eigentlich einfach all denen Danke sagen, die für mich da sind oder auch denen, für die ich da bin. Denn nur auf Gegenseitigkeit beruht die wahre Menschlichkeit.
Es fängt in der Familie an, geht weiter über den Freundeskreis und dann fortführend über die Arbeitsstätte. Aus datenschutzrechtlichen Gründen weiß ich leider nicht, ob ich all die Namen nennen darf. Darum beschränke ich es auf diese drei Kreise. Dabei sind jedoch nicht immer alle gemeint. Die, die sich angesprochen fühlen, wissen auch, wie ich meine Dankbarkeit zeige. Dabei zählen kleine Gesten wie auch kleine Geschenke. Geschenke sind dabei nicht alles, das ist klar. Aber damit macht man Freude etwas größer. Und solche Leute wie eine beste Freundin oder auch eine super Chefin haben da einfach was Besonderes verdient. Andere sehen so etwas vielleicht sehr verbissen oder gar einschleimend. Egal, was andere denken… ich bin einfach dankbar. Und es entsteht eine innere Zufriedenheit. Es macht mich schon ein bisschen stolz, den richtigen Zahn erfühlt zu haben. Auch im Berufsalltag ist dies so. Auch wenn ab und an die Zeit fehlt, versucht man doch im Gespräch etwas aufzulockern, etwas Humor in den Alltag des Krankenhausaufenthalts zu bringen. Nicht umsonst unterstützt Dr. Eckart von Hirschhausen die Stiftung Humor hilft heilen. Das gilt eben nicht nur für Kinder. Erwachsenen brauchen dies genauso. Sowohl die, mit denen wir zusammenarbeiten als Klienten als auch diejenigen, mit denen wir kollegial zusammenarbeiten. Und dazu gehört eben auch mal eine Freude zu bereiten.
Wo ich auch gleich zur zweiten Thematik umschweife: Kommunikative Ebenen.
Wichtig in jeglicher Beziehung. Wie sagte ein Herr Paul Watzlawick mal: Man kann nicht nicht kommunizieren.
Ein Thema, was mich immer wieder beschäftigt. Ein kleiner Bruchteil von dem, was wir kommunizieren ist interaktiv verbal. Der Rest erfolgt doch ausschließlich über die nonverbale Ebene. Eine, die mächtig unterschätzt wird.
Einfach Beispiel: Hundeerziehung. Diese ist möglich (so habe ich es letztes Jahr in einer Fortbildung erleben dürfen) durch genutzter nonverbaler Kommunikation und so ganz ohne jegliche Worte. Nur ein paar Geräusche für zwei bis drei Kommandos reichen völlig aus. Ich muss sagen, ich war schon ein bisschen von den Socken. Aber die Kommunikation der Hunde untereinander funktioniert eben auch nur so durch Mimik, Gestik und wenigen Geräuschen. Und das sehr ausdrucksvoll. Turid Rugaas, eine Schwedin, hat darüber ein Buch verfasst: „Die Beschwichtigungssignale eines Hundes“. Oder auch Calming signals genannt. Beeindruckend. Aber nonverbale Kommunikation lügt nicht.
Um vom Hund wieder zum Menschen zu kommen. Nonverbal zu lügen ist echt schwierig. Ich glaube, dass selbst Schauspielern so etwas schwerfällt. Obwohl sie es bestimmt täglich machen. Gestik und Mimik müssen einfach wieder mehr Beachtung im Dienstleistungswesen finden. In gewissen Bereichen lernt man dafür einen geschulten Blick, ganz klar. Aber oft geht sie im Alltag leider unter.
Gestik entspricht Geste
Somit sind diese zwei Begriffe auch nicht weit voneinander entfernt. So zeige ich eben auch meine Gesten und die passende Gestik dazu. Es passiert nichts ohne Grund. Es gibt immer einen gewählten Anlass. Nicht umsonst bekommt eine meiner besten Freundinnen eine Kreuzfahrt zur Hälfte geschenkt. Ich denke, sie kennt auch den Grund dazu. Ich glaube, was sowas angeht, da treffe ich auch oft den Punkt durchs Zuhören und Beobachten. Ich bin kein Mensch, der gerne viel quatscht. Ich beobachte die Leute in meiner näheren Umgebung.
Auch eine Geschichte, die mich dann berührt hat am Ende. Eine Verwandte liegt monatelang im Krankenhaus, man wusste nicht, wie sich alles entwickelt. Als sie wieder halbwegs „fit“ war, bin ich super spontan vorbeigefahren in kurzer Absprache mit der Familie. Es war eine riesige Freude in den Augen über diesen Überraschungsbesuch. Das sind Momente im Leben, die sind einfach unbezahlbar. Das ist einfach Fakt. Oder mal ein spontan geplanter Kurztrip zum Brocken, der bald bevor steht mit jemanden, die ich privat so kaum kenne, nur von der Arbeit her. Egal, ausprobieren und offen sein. Das Leben bietet so viele Möglichkeiten. Man muss nur dessen Chancen nutzen und probieren. Die Reaktionen an euren Gegenüber werden immer wieder verblüffend sein und auch ein Lächeln ins Gesicht oder gleich ins Herz zaubern.
Ich bin zufrieden mit meinem Leben und bereue keinen meiner Schritte. Auch wenn dadurch manche Freundschaften oder nicht fest geblieben sind. Diese sind es dann wohl eher weniger wert. Und ich freue mich darüber, wenn Menschen an mir Veränderung erkennen.
Ich danke euch allen, die ihr euch angesprochen fühlt, besonders aber: meinem engsten Freundeskreis (auch von früher), meiner Chefin, der onkologischen Fachweiterbildungsgruppe 2016-2018 und meinem Hund, der immer erkennt, welche Stimmung in der Luft liegt und Stress abbaut.
