Alta

Guten Abend ihr Lieben.

Heute morgen 8 Uhr war Ankunft am nördlichsten Punkt dieser Reise, in Alta. Ein kleines Städtchen, wo nicht allzu viel los ist. Aber einen Hafen und einen Flughafen hat Alta. Das soll schon viel heißen.

Mein Tag heute begann entspannt mit einer ayurvedischen Ganzkörpermassage, bei der ich dieses Mal sogar eingeschlafen bin. Aber mir fehlt vermutlich auch etwas Schlaf bzw. ist die Seeluft einfach so genial und fördert den Schlaf. Nach der Massage erst einmal fertig gemacht und zum Frühstück gegangen. Dort traf ich auf Simone und Silke kam auch noch hinzu. Ich hatte dann 12.30 Uhr meinen Ausflug zu den Samis. Ein Stamm der Ureinwohner, die von der norwegischen Regierung anerkannt werden. Ursprünglich nannte man sie mal die Lappen. Aber das ist wie bei uns die Diskussion mit dem Mohrenkopf.

Mit dem Bus haben wir erst einmal etwa 75 Minuten Fahrzeit gehabt. Auch da war ich zeitweise eingenickt, weil unser Guide leider ziemlich lahm und nicht sehr unterhaltsam erzählt hat. Das war etwas schade. Aber er hat sich um Deutsch bemüht. Ich hätte auch Englisch alles gut verstanden, aber ein Teil der älteren Gesellschaft vielleicht nicht. Die Landschaft bis zum Ort Maze war wirklich beeindruckend herrlich. Man kann das alles gar nicht in Bildern festhalten, man muss es einfach erlebt haben. Wir sind auch richtig ins Landesinnere gefahrenen. Im Dorf angekommen, welches 200 Einwohner hat (alles Samis), wurden wir auch schon von einem Sami empfangen in traditioneller Tracht. Das erste, was belagert wurde, als alle ausstiegen, war die Toilette. Echt ein Phänomen. 😂

Wir trafen uns dann alle auf der Wiese und er erzählte uns ein wenig von der Geschichte mit dem Dammbau am Fluss Alta. Dieser sollte vor einigen Jahren etwa 10km vom Ort entfernt gebaut werden und da sind die Ureinwohner auf die Barrikaden gegangen mit sogar angewendeten Hungerstreik. Erst dann wurde die Regierung aufmerksam und sie setzten sich mit den Ureinwohnern auseinander, sodass die Sami eine anerkannte Bevölkerungsgruppe Norwegens sind. Der Damm wurde dann in 17km Entfernung gebaut, sodass die Dörfer nicht dem Wasser zum Opfer fielen. Als diese erste Geschichte endete, gingen wir in ein traditionelles, sehr großes Zelt. Dort saß auch schon die Schwiegertochter in spe, auch in traditioneller Kleidung. Er selbst erzählte uns noch ein wenig über die Rentiere. Im Sommer befinden sich die Herden über an der Küste und im Winter werden sie in die tieferen Landesteile getrieben. Interessante Vorgehensweise. Jede Familie hat dabei seine eigene Herde und das ist auch ein Großteil, wovon sie leben. Bei einer Tasse Kaffee oder Tee, einem Stück Kuchen und einem kleinen Stück getrocknetem Rentierfleisch erzählte uns der Sami noch weitere Traditionen und Umgangsformen und eben auch etwas Gesang. Zum Schluss wollte ich eigentlich gern mal noch eine Kleinigkeit mitnehmen, jedoch funktionierte das Kartenlesegerät nicht mehr. So war es nicht möglich, etwas zu erwerben ohne Bargeld. Schade eigentlich.

Nach gemütlichen zwei Stunden beisammensitzen im Zelt am Feuer ging es dann wieder eine Stunde zurück. Ich bin beim Zwischenstopp in der Stadt ausgestiegen, um die Nordlichtkathedrale mal zu sehen. Außerdem brauchte ich nach so viel Rumsitzen auch mal wieder etwas Bewegung. So habe ich mir das gemütlich kleine Innenstädtchen angeschaut und dachte mir, dass ich das Stück zum Schiff auch laufen kann. Gesagt, getan. Ein Spaziergang ohne Hunde in völlig fremder Umgebung. Google Maps macht es möglich. Am Schiff angekommen, wurde erst einmal wieder alles sortiert in den Schrank gepackt.

Zum Abendessen traf ich mich heute dann mal mit Björn und Claudia und im Anschluss gab es noch die Prime Time. Und schwupp, war es dunkel. Ursprünglich sollte heute ja die Übernachtung stattfinden, leider ist diese ja wegen mangelnder Beteiligung abgesagt worden. Und so macht man das Beste vom Abend, schnappt sich warme Klamotte und geht noch mal von Bord um Bilder zu knipsen im Dunkeln von der AIDA. In der Hoffnung, als ich auf so einem kleinen Steg stand, und die Wolkendecke etwas aufriss, kamen jedoch keine Nordlichter. Aber wir wurden ja auf dieser Reise schon sehr verwöhnt. Also wieder aufs Schiff und noch einmal vor zum Bug. Dort hörte ich von weiten schon die Mädels, Doris, Simone und Silke, nicht zu überhören. Aber auch vorn am Bug war nichts weiter zu sehen. So bin ich nun im Bett und schreibe eigentlich schon wieder im nächsten Tag, aber nicht schlimm.

Morgen werde ich ausschlafen und 8 Uhr fahren wir in Alta wieder ab Richtung Leknes, wo wir am Mittwoch ankommen. Morgen wird also eher ein entspannter Seetag. Aber es gibt wieder Bingo. Also, bleibt neugierig und bis morgen.

Gute Nacht!

Unsere Straße, die durch den Grand Canyon Norwegens führt.
atemberaubende Landschaft
so schön
Ein paar Beispiele für Sami Gesang. Dabei gibt jeder dieser Ureinwohner dem Gesang eine eigene Klangfarbe.
Die Nordlichtkathedrale
Auch am Schiff blinzelte die Sonne noch einmal kurz durch.
Avatar von Unbekannt

Autor: famyvo

Ich geh arbeiten, meine Hobbies sind die Fotografie, das Erkunden neuer Wanderwege für mich und meinen Hund, zudem bin ich spontan immer mal unterwegs im Landesgebiet. Willkommen im Leben!

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