Wenn Kunst bis unter die Haut geht

Guten Abend ihr Lieben.

Heute gibt es mal wieder eine Wortmeldung von mir, obwohl der Kopf im Moment noch Kopf steht. Was für eine crazy Woche hinter mir liegt, wobei sie an sich wohl gar nicht so spannend war. Lediglich dieser eine besondere Tag, diese interessanten Stunden des intensiven Erlebens und doch füllen sie einen kleinen Beitrag.

Ich hoffe, ich habe euch nun neugierig genug gemacht, um einfach weiterzulesen.

Was ist passiert? So nicht viel, aber im Kopf umso mehr. Donnerstag war ein gut gefüllter freier Tag, den ich dank Tausch einer lieben Kollegin so gut planen konnte. Vormittags eine Runde zur Tarifkommission, wo es ein paar neue News gab. Die Hunde bekamen zwischen den drei verschiedenen Terminen immer ihre entspannten auslastenden Runden. Nachmittags gab es zwei Termine hintereinander weg. Bei dem ersten wusste ich nicht genau, wie lange es dauern wird. Aber ich habe mich riesig gefreut, dass es sogar vorher noch geklappt hat. Beim Termin am Abend ging es in die Volkshochschule nach Halle. Was gab es dort für mich als Angebot? -> Das, was mir am meisten liegt… kreatives Schreiben. Ein Kurs von 6x90min 14-tägig. Ich war bereits beim Erzählen unseres Dozenten Feuer und Flamme. Denn genau das ist es, was er schilderte. In vielen Aussagen habe ich mich wiedergefunden und die ersten 90min waren dann trotzdem irgendwie mehr als nur eine Vorstellungsrunde. Es hat für mich ein wenig eingeschlagen wie eine Bombe. Da war mein Kopf wach und an. Was nach diesen 1 1/2 Stunden folgte, war vielleicht etwas überdimensional.

Ich hatte nach der Veranstaltung noch geplant, das Werk. Von Buna an den Rattmansdorfer Teichen zu fotografieren im Dunkeln. So hatte ich meine Kamera mit im Schlepptau und das Stativ. Es sind mir auch ein paar schöne Fotos gelungen, nur leider sind sie noch nicht in der Cloud. Da fiel mir dann auch noch so ein, dass ich die Norwegen-Fotos aus dem letzten Jahr auch noch sortieren wollte und ich euch schuldig bin. Shit happens. Die gibt’s später.

Am Teich angelangt, einige Bilder geknipst, dachte ich mir, fährst du noch ein wenig im Kopf runter und setzt dich ans Wasser. Was jedoch dort passiert ist, wird mir keiner wirklich glauben wollen. Ich schaute gen Norden, wo sich auch oft das Sternbild des Großen Wagens befindet, zu dem ich gern hinauf schaue. Jedoch war es recht dicht bewölkt. Um den Tag zu verarbeiten, muss man manchmal auch Selbstgespräche führen. Hätte mich jemand gehört, hätte derjenige mir wahrscheinlich einen Vogel gezeigt. Mir war das im Dunkeln bei Wildrascheln aber völlig egal in diesem Moment. Ich sprach also mit ihm, mit meinem Vater. 20-30 Minuten und der Himmel klarte immer weiter auf, sodass mehr und mehr Sterne zu sehen waren. In den letzten Minuten des Gesprächs war dann der Moment, dass ich den Großen Wagen komplett sehen konnte. Es war magisch! Als ich die Unterhaltung dann beenden konnte für mich bei einem gewissen Punkt, zog es sich auf einmal schnell wieder zu und kein Stern war mehr zu sehen. Was zur Hölle sollte mir das bitte sagen? Es ist noch immer unbegreiflich… ein Wunder. Vielleicht auch nur Zufall. Keiner weiß es. Für mich ist mir noch einmal mehr bewusst geworden, dass wir unserem Gegenüber dreidimensional Denken müssen: Körper, Geist und Seele. Der Körper wird irgendwann wieder der Erde zugeführt. Die Seele bleibt tief in unserem Herzen verankert und der Geist ist irgendwo unterwegs, vielleicht auch nur in unserer tiefsten Vorstellungskraft. Aber am Ende spielt es keine Rolle für solche kleinen unscheinbaren Momente, die Kopf und Herz gleichermaßen so immens berühren.

Ich bin noch immer sprachlos und irritiert. Aber Glaube versetzt eben doch Berge, zumindest tief im Unterbewusstsein und bei der Vorstellungskraft. Aus diesem Grunde sind auch zwei der folgenden Kunstwerke für mich unter die Haut gekommen. Eben auch aus diesen sehr intensiven Zusammenhängen. Es ist nicht jedermanns Sache, aber dennoch ist die Bedeutung so hoch im Stellenwert. Die Kunst, die die Künstlerin verewigt hat, hat in diesem Gespräch noch mehr an Intensität gewonnen. Es ist für mich Symbolkraft, die über das hinausgeht, was der menschliche Verstand je begreifen kann. Diese emotionale Ebene, die man nur erreicht, wenn beides im Einklang ist. Ein Verständnis, welches vielleicht nur wenige aufbringen können. Aber so erlangt man eben auch den Inneren Frieden mit dem, was geschehen ist und was man nicht mehr ändern kann. Wir können ja andere Menschen auch nicht ändern, lediglich etwas lenken. Veränderung beginnt eben mit einem selbst!

Und so wird es vielleicht auch Personen geben, die dies hier lesen und mich für verrückt erklären. Aber der Großteil kennt mich und versteht ein wenig diese Ebene, die ich dort erlebe. Für mich ist es ein Zugewinn auf jeder Ebene dieser Dreidimensionalität. Für die Arbeit wird es umso wichtiger, diese verstehen zu lernen in jeglicher Hinsicht. Schließlich reagiert ja unser Körper auch auf Stress. Wie dies geschieht, ist sehr unterschiedlich. So sollte die Medizin wieder mehr Blickwinkel bekommen. Nicht umsonst soll es vermehrt multiprofessionelle Fallbesprechungen geben. Warum wohl? Denkt gern mal darüber nach. Und da rede ich nicht nur von den onkologischen Patienten. Vielleicht ist das doch mal ein Wink mit dem Zaunpfahl.

So stehe ich noch immer diesem irreale Zustand entgegen, aber bin so fasziniert und doch so unbegreifbar. Ein Wunder eben mit Kunst, die bis unter die Haut geht als Wertschätzung derer auch, denen ich all das hier zu verdanken habe. Ich liebe dieses Leben so voller Überraschungen und möchte nichts anders machen. Tanke Kraft aus positiven Momenten, und seien sie noch so kurz. Energie kosten auch solche Minuten voller irrealer Zustände. Trotzdem mit positiven Effekt. Danke an euch alle!

Somit möchte ich euch mit diesen Gedanken gern in die Nacht schicken mit einem klaren Sternenhimmel, Blick gen Großer Wagen, gen Norden.

Bis bald!

Gute Nacht!

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Autor: famyvo

Ich geh arbeiten, meine Hobbies sind die Fotografie, das Erkunden neuer Wanderwege für mich und meinen Hund, zudem bin ich spontan immer mal unterwegs im Landesgebiet. Willkommen im Leben!

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