oder: Das Ultimatum

Guten Abend ihr Lieben.
Was hat dieses Bild mit dem aussagekräftigen Titel zutun, werdet ihr euch fragen. Na ja, am Ende profitieren wir ja doch voneinander.
Was ich damit sagen möchte, ist, dass sich gerade meine Chefin ziemlich ins Zeug legt, dass ich doch bleibe. Die letzten Gespräche waren ziemlich intensiv und ideenbringend. Aber für mich tatsächlich auch sehr wertschätzend. Das meine Arbeit geschätzt wird und es auch vorangehen kann. Trotzdem gibt es ein zeitliches Ultimatum. Und so habe ich das Zepter abgegeben für eventuell neue Wege. Vielleicht erreichen wir ja doch ein Ziel. Ich möchte mich noch weiter spezialisieren und intensiver mit dieser Thematik auseinandersetzen und damit auch Patienten und Pflegekräfte, aber auch Ärzte, unterstützen. Dabei kann auch die Qualität nochmals gesteigert werden. Nun ist die Frage, ob der Betrieb für die Ideen so offen und diese ermöglichen kann.
Ich bin dankbar für die Menschen, die an mich und meine Arbeit glauben. Dabei kann ich es nur immer und immer wieder wiederholen. Wir sind alle nur Menschen und machen Fehler. Wichtig hierbei ist doch, dass wir auf Fehler aufmerksam gemacht werden. Keiner ist fehlerfrei. Und ich bin für Hinweise wie heute dankbar.
Habe ich einem Menschen die Pistole auf die Brust gesetzt? Wahrscheinlich ja, aber vielleicht habe ich das Recht zu fordern? Habe ich zu lange die Füße still gehalten? All diese Fragen lassen sich nicht konkret beantworten, aber ich kann behaupten, dass es sich entwickelt mit wachsendem Selbstbewusstsein. Und ihr dürft mir glauben, dass diese Wertschätzung, die ich durch den Einsatz gerade erlebe, unheimlich schätze und es mir gut tut. Ich habe einen Mehrwert. Den hat jeder Einzelne. Aber es wirkt jetzt besonders nach. Jetzt, wo es um Nägel mit Köpfen geht.
Interessant finde ich trotzdem immer noch, dass man doch so wenig persönlich darauf angesprochen wird. „Hinterrücks“ wissen das doch eh schon fast alle. In solch einem Betrieb bleibt ja nicht allzu lange was geheim. Wobei so das ein oder andere Geheimnis ist noch nicht durchgedrungen. Aber das bleibt auch so.
Letzte Woche gab es zu diesen Ereignissen auch noch ein tolles Naturspektakel, welches noch ein i-Tüpfelchen gesetzt hat. Und ich habe wohl einige mit angesteckt. Es gab doch tatsächlich über eine knappe Stunde ein größeres Spektrum von Polarlichtern zu sehen. Ein Grund, um auch irgendwann mal wieder gen Norden zu reisen. Aber das es hier soooo deutlich zu sehen sein wird, hat mich sehr beeindruckt. Folgen werden einige Bilder, die ich in dieser wachen Stunde gemacht habe. Realität ist wie ein kleiner Nebelschwaden gewesen, aber mit Kamera einfach wunderbar. Dank der Sonnenaktivität und unserem funktionierenden Magnetfeld sieht das dann so aus:






















Es ist einfach die reine Faszination, wie so etwas möglich ist. Physikalische Gesetze ganz einfach gesehen. Scheinbar unsichtbare Materie wird sichtbar. Kunst, die gezeichnet wird und jeder kann sie anders interpretieren. Aber wirklich alle, die ich angesteckt habe mit der Info, waren begeistert.
Was denke ich, wenn ich so etwas sehe. Es schickt der Himmel sein schönstes Farbenkleid. Oder ist es doch der lange Atem, den man manchmal noch spüren möchte? Es gibt einfach eine ganz besondere Verbindung zum Nachthimmel. Egal wie, es lässt mich wirklich abschalten. Dabei ist es unwichtig, ob Tag oder Nacht. Ein Blick nach oben und drei Mal tief durchatmen und es erdet mich von all den Faktoren drumherum. Noch dazu kommt das Wissen, dass jeder seinen eigenen schweren Rucksack zu tragen hat und dadurch vielleicht so tickt, wie er tickt. Gar nicht schlimm. Auch nicht, wenn jeder seine eigene Meinung hat. Wichtig ist doch, dass man sich objektiv austauschen kann, ohne es zu sehr persönlich zu nehmen. Wir leben schließlich voneinander, weil wir soziale Wesen sind. Und somit habe ich den Bogen zum Bild wieder gefunden.
Kunst ist das, was du mit den Sinnen wahrnehmen kannst. Interpretation ist das, was dein Kopf daraus machst.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Abend. Lasst euch schätzen oder nehmt die kleinen Anzeichen wahr in eurer Umgebung. Vielleicht wird Großes daraus.
Gute Nacht!