Gdynia, Sopot und Gdansk

Guten Abend ihr Lieben.

Heute Morgen wurde ich 4.11 Uhr von der in Osten aufgehenden Sonne kurz geweckt. Schön blöd, wenn man die Vorhänge nicht schließt. Es war trotz dreckiger Scheibe dennoch schön anzusehen, aber danach habe ich noch ein paar Minuten weitergeschlafen.

Halb 7 bin ich dann aufgestanden und habe mich fertig für den Tag gemacht. Heute sogar mal das unspektakuläre Einlaufen in den Industriehafen von Gdynia. Der Hafen ist nicht besonders hübsch und es war auch nicht allzu spannend. Lediglich eine komplette Drehung haben wir gleich gemacht, sodass wir dann abends gleich volle Kraft nach vorn geben konnten. Unser Kapitän ist Italiener und nicht gerade sehr gesprächig. Etwas erzählt er schon, aber ich habe da mittlerweile auch andere kennengelernt, die da fast ne viertel Stunde quasseln können.

Im Anschluss ging es zum Frühstück und es gab wieder interessante Gespräche am Tisch. Beinahe die Zeit verpasst, in der ich mich dann doch für den nächsten Ausflug fertig machen musste. Denn 9.30 Uhr ging es los mit einer doch echt langen Tour. Von Gdynia ging es zuerst nach Sopot, der Nachbarort. Zusammen mit Gdansk ergeben sie die Dreistadt. Unsere Reisebegleiter, die im Übrigen sehr gut deutsch konnte, hatte super viel Geschichtliches erzählt. Leider kann ich davon nicht alles wiederholen. Dafür war der Exkurs am Ende zu lang. Zu Sopot: Es ist eine Stadt und war wohl mal ein Kurort oder ist es sogar noch. Es hat den längsten Ostseesteg von 511,5 Metern in die See hineinragen und man muss dafür tatsächlich Eintritt zahlen. Riesig breit und am Ende ist sogar ein kleiner Segelschiffhafen angeschlossen. Auf der anderen Seite gab es ein „normales“ Ausflugsschiff und ein ganz Spezielles, wie ihr auf den folgenden Bildern sehen könnt. Das Wetter hat auch mal wieder gut mitgespielt. Die Häuser in Sopot waren auch recht eindrucksvoll. Vor allem dieses wunderschöne schiefe Häuschen. Es hätte ja fast von Hundertwasser sein können, aber nein, es waren andere Architekten, die es entworfen haben, Szotyński und Zaleski. So könnte ich mir auch ein Haus vorstellen. Ansonsten war es aber tatsächlich ein schönes Städtchen, wo wir leider gar nicht die Zeit hatten, alles sehen zu können. Es war nur ein Bruchteil. Aber macht euch gern selbst einen Eindruck.

Früher die Männerseite des Strandes
Die Frauenseite des Strandes
schönster gemalter Himmel
Steilküste Blickrichtung Gdynia
Blick Richtung Westerplatte

Noch eine Info zur Westerplatte. Hier begann der 2. Weltkrieg. Also ein sehr historischer Ort, die Dreistadt. Zumal sie zuvor immer recht unabhängig war. Aber für die gesamte Geschichte und ehe ich etwas falsch wiedergebe, kann ich euch nur bitten, es selbst nachzulesen.

Weiter ging es dann mit den Bus nach Gdansk (Danzig). Auch da sind wir zur Hintour eine etwas andere Strecke gefahren bis hin zum Stadtteil Oliva. Hier trifft Moderne auf auch alten Gebäufrstil. Aber wir haben uns in das größte neuwertige Bürogebäude begeben, den Olivia Star mit dem Observation Deck in der 32. Etage. Das Gebäude selbst ist 180m hoch. Das zweitgrößte steht in Gdynia und ist ein reines Wohnhaus bis 150m Höhe. Diese Häuser stachen sogar in der Ferne schon heraus beim Einlaufen. Da oben gab es dann ein kleines Küchlein und Kaffeee und natürlich einen genialen Blick über die Stadt Danzig.

Als alle gespeist hatten und sich alle draußen einen Überblick verschafft haben, ging es weiter in den historischen Teil der Stadt. Zum zweiten Weltkrieg zu Beginn wurde hier nichts zerstört. Erst als die Rote Armee Gebiete einnahm von den Deutschen, wurde diese Stadt fast vollständig zerstört. Der Baustil ist eindeutig geprägt von einem Niederländer. Es hatte so ein bisschen was Von Amsterdam, lediglich die Grachten fehlten. Beeindruckende Bauten. Von der St. Marienkirche ganz zu schweigen. Sie hat im Inneren doch wirklich eine astronomische Uhr. Das hat mich ja gleich richtig begeistert.

Das Gebäude hinten am Schiff hatte damals im Hafen von Danzig eine Traglast im unteren Teil von 4 Tonnen und oben von 2 Tonnen
Das Grüne Tor
St. Marienkirche
Die astronomische Uhr
Der Altar
Das goldene Tor

Wir hatten dann noch etwa 50 Minuten Freizeit bzw. konnten wir mit unserer Reiseleiterin noch in ein Geschäft gehen, wo Bernstein geschliffen wird. Dies wurde uns gezeigt und auch erklärt, wie man das unterscheiden kann zwischen Fälschungen. Man stelle eine 20%ige Salzlösung her und Fälschungen würden immer untergehen. Bernstein in diesem Falle schwimmt aber. Außerdem sollte man sich ein Echtheitszertifikat aushändigen lassen. Jeder Händler mit Bernstein muss das haben. Und an sich ist Bernstein ja echt unscheinbar. Ich zumindest habe noch nie direkt danach geschaut.

15.45 Uhr war dann wieder der Treffpunkt am Grünen Tor. Zwischendurch hatte es doch ab und an geregnet, aber nicht so viel, wo ich sagen würde, was für ein Mistwetter. Die Momente der Güsse haben wir gut umgehen können im Olivia Star und in der Kirche.

Tja, 16 Uhr am Bus. Rushour. Eine gute Stunde haben wir durch die Dreistadt benötigt, um wieder gut am Schiff anzukommen. Was für ein geschichtsträchtiger Ausflug. Klasse!

Danach ging es erst mal ne halbe Stunde aufs Bett lang machen. War ich hinüber. Aber ich wollte gern noch das Auslaufen mitmachen. Also ging ich an Deck 5 zu meiner Bekannten und pünktlich bei Abfahrt kam ein heftiger Regenschauer hinunter. Tja, die Dreistadt trauerte um unsere Abreise.

Wir gingen gemeinsam zum Abendbrot und dann ging es im Anschluss zum Aktiv-Bingo. Auch das war wieder ein Gaudi. Das zog sich dieses Mal auch ordentlich in die Länge. Wir mussten uns dann noch beeilen, um den schönen Sonnenuntergang zu erleben.

Danach gab es noch einen Cocktail an der Bar und dann ging es ab in die Kabinen. Zwischendurch gab es noch einen komischen Alarm, wo wir leider nicht alles vollständig verstanden hatten. Aber unser Entertainment-Manager gab dann eine Info später noch in die Kabinen heraus, dass einige Sprenkler-Anlagen auf einmal losgingen, weil der Wasserdruck zu hoch war. Wie auch immer. Nun mache ich mich in meine Koje und wünsche auch euch eine erholsame Nachtruhe. Bis morgen dann.

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Autor: famyvo

Ich geh arbeiten, meine Hobbies sind die Fotografie, das Erkunden neuer Wanderwege für mich und meinen Hund, zudem bin ich spontan immer mal unterwegs im Landesgebiet. Willkommen im Leben!

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