Guten Abend ihr Lieben,
oder fast schon Guten Morgen, denn der neue Tag hat bereits begonnen.
Kann zu viel Wissen unzufrieden machen?
Definitiv ja, wenn man in dieser Hinsicht Verknüpfungen stellt und selbst nicht mehr abschalten kann.
Wenn ich aus meinem Beruf plaudere, sitzt da tatsächlich so ein Floh im Ohr. Ich bilde mich wirklich gern weiter! Aber dann kommen im Anschluss Zusammenhänge zum Vorschein, die echt sind und nicht zum aktuellen Bild passen. Das ist grundsätzlich nicht schlimm, denn man kann ja neue Dinge mit einbringen. Nicht jeder hat dabei das Interesse an Neuheiten wie ich selbst. Das ist der Haken. Hier fällt mir die Akzeptanz noch echt schwer. In meiner berufstätigen Branche geht es dabei ja auch um Menschen.
Bereue ich es, kein Medizinstudium gemacht zu haben?
Definitiv nein. Denn wenn ich sehe, was das alles an Aufwand bedeutet, ist das schon ziemlich crazy. Verantwortung haben wir alle. Schade nur, dass nicht jeder in Verknüpfungen denken kann und die logischen physiologischen Abläufe hinterfragt.
Da stellt sich mir die Frage, ob ich in diesem Beruf jemals zufrieden werden kann?
In all meiner Professionalität, die ich wirklich mit Leidenschaft lebe, kann man auch gegen Windmühlen arbeiten. Wie heißt es so schön, Multiplikatoren sind der Schlüssel zum Vorankommen. Einzelkämpfer sind immer schwierig.
Und trotzdem möchte ich gern weiter lernen. Dabei stehe ich auch dazu, dass Studien auf englischen Latein echt miserabel für mich sind. Ich belese mich ansonsten wirklich gern im Fach- und Weiterbildungsgebiet. Und ich eigne mir neues Wissen an und möchte auch das alte noch einmal auffrischen. Ich habe in dieser Hinsicht keinerlei Ansprüche an mich selbst, aber ich habe Erwartungen an mein Umfeld… Da ist es wieder, dieses hässliche Wort. ERWARTUNGEN
Auf der einen Seite möchte ich kein Egoist sein und im Team arbeiten. Andererseits jedoch möchte ich mein Ding durchziehen und meine Patienten gut möglichst betreuen. Dabei stehe auch ich zu meinen Fehlern und freue mich auf Kritik, wenn ich mal wieder was vergessen habe oder so. Das gehört eben dazu. Und ja, manchmal bin ich halt auch etwas chilliger unterwegs. Ich freue mich dabei aber auch, mich mit den Menschen unterhalten zu können. Es ist mir wichtiger denn je geworden. Warum? Weil vielleicht meine Veränderung damit zusammenhängt. Zusammenhänge, die nur ich selbst verstehe. Für manch andere ist es nicht sichtbar.
Bewusst ist mir auch wieder in den letzten Tagen geworden, wie unheimlich wichtig der Umgang mit den Menschen ist. Sie spiegeln so einiges wieder oder hauen es ganz trocken raus, dass die Kollegin nie lächeln kann. Erst einmal ein Schlag ins Gesicht, aber die fremde Reflexion kann das eigene Bewusstsein schulen.
Es ist einfach nur zu krass. Wir sind so durchschaubar.
Ich glaube tatsächlich, dass Branchen im Dienstleistungsbereich eher zu Problemen führen als so Dinge, wo man nur technisch was zutun hat… Aber ich kann mich auch irren. Gibt es dazu vielleicht schon eine Studie? Falls ja, bestimmt auf Englisch. 😀
Zugegebenermaßen ist es im privaten Bereich besser zu handhaben. Interessen-Wissen. Wenn ich da an meine Mitgliedschaft denke im Förderverein des Planetarium oder auch die Hundefamilie, da ist das ungezwungener. Das beeindruckt schon sehr.
Vielleicht sollte man Arbeit nicht als Arbeit, sondern als Hobby sehen?! Keine Ahnung, ob das ein guter Betrachtungsansatz ist. Ich für mich weiß nur, dass ich zeitweise echt ein tolles Feedback zur Arbeit erhalte. Dabei zählt auch ein ejnfsches Danke des Gegenübers. Das wird geschätzt von mir. Und so fühle ich mich in meinem Handeln positiv bestätigt.
Jetzt dürft ihr überlegen, wo der ganze Haken sitzt, bereits im Text erwähnt.
Unbefugtes Wissen ist dazu hinzukommendes Wissen, was die Befugnisse überschreitet… Aber ich kann mein Gegenüber dorthin lenken mit diesem Wissen. Das ist für mich der Punkt, der kraftraubend ist, weil man eben zu viel von der Materie versteht und sich aber auch immer und immer wieder wiederholen muss. Sich mit den Menschen beschäftigen, der einem gegenüber sitzt, können nur noch die wenigsten.
Schade.
So suche ich trotzdem noch nach dem richtigen Weg für mich und weiß für mich auch, dass ich die Erwartungen zurückschrauben muss, gewaltig. Oder man sucht sich die gleiche Ebene…

Und so verschwinde ich für heute erst einmal von der Bildfläche mit einem Bild aus der Nacht von Freitag auf Samstag mit NLC’s.
Gute Nacht und bis bald.
P.S.: Wer dachte, mit unbefugten Wissen ist noch etwas anderes gemeint, kann sich auch seinen Teil denken oder gar wissen.