Spike – ein Hundeleben aus Haltersicht


Guten Abend ihr Lieben.


Heute gibt es ein Thema, was tatsächlich auch meiner Verarbeitung dient, aber auch lustige wie
spannende und traurige Momente beinhaltet. An sich verrät der Titel bereits alles. Denn aus
Hundesicht kann ich es nicht beurteilen, sondern nur erahnen. Dann starten wir mal.

Am 2. Oktober 2013 ist der Chaot geboren, irgendwo in oder bei Lützen, so genau weiß ich das gar nicht. Ich weiß nur, da ich einen Gentest gemacht habe spaßeshalber, dass er ein Mix aus einem Deutschen Schäferhund und einem Golden Retriever war. Von beiden war auf jeden Fall was dabei. Er hatte bereits den ersten Besitzer, der ihn aber zeitnah wieder abgeben wollte. Eingestellt war Spike, den Namen hatte er von ihm, bei Ebay Kleinanzeigen. Dumm und naiv, wie ich damals war mit 23 Jahren, hatte ich Interesse an dem Junghund. Der Besitzer drängelte etwas, er müsse ihn vor Montag loswerden, da dann sein neuer Job beginne. Und so fuhr ich nach Lützen und sackte Spike am 22. Februar 2014 ein für einen Obolus. Völlig unüberlegt, denn ich musste abends ja direkt
wieder in die Nachtschicht. Na ja, das Resultat sah ich dann am Morgen danach. Ich denke, so jetzt im Nachhinein, war das mit Hauptgrund, warum er ihn wirklich abgeben wollte. Zum Glück waren meine Nachbarn sehr entspannt. Aber Spike war nicht unbedingt laut, nein, er war in ZerstörerLaune. So mittendrin in der rebellischen Phase. Ein kleiner Rabauke. Aber ich konnte es ihm nicht für Übel nehmen. Schließlich war er noch nicht einmal richtig angekommen und schon komplett eine Nacht allein. Völlig bescheuert, weil der Halter vorher das ja so nicht wollte…eigentlich. Wie auch immer. Wir haben das Beste daraus gemacht. In Halle-Neustadt in einer schönen 1-Raum-Wohnung
gewohnt mit bestem Blick, auch vom Balkon. Das ließ sich Spike auch nicht zwei Mal sagen. Da sind schon amüsierende Bilder entstanden.

So gab es fortführend immer mal wieder andere Überraschungen, was mich bei jeder Ankunft zu
Hause erwartete. Kakteen waren dran, andere Pflanzen, später meine Umzugskartons, weil ich
zeitnah umziehen wollte in eine 2-Raum-Wohnung nahe der Burgstraße. Ein paar angekaute Erinnerungsstücke habe ich noch heute.

Und wer dachte, dass es in der neuen Wohnung entspannter wurde, täuscht sich. Das Wohnzimmer war zu, aber im Bad gab es auch so einiges zu entdecken. Die Klopapierrolle fand Gefallen. Oder meine wunderschöne riesige Badpflanze. Noch schlimmer war jedoch die Haustür. Ich hatte quasi in einem 4-Parteien-Haus einen komplett eigenen Eingang und er kaute die Holztür an. Puh, zum Glück
gibt es ja eine beste Freundin, die auch gerne bastelt. Da hat meine liebe Jeanette ganze Arbeit
geleistet und die Tür wurde nicht beanstandet damals beim Wiederauszug.

Als ich in Neustadt noch wohnte, hatte ich nach Hundeschulen gesucht und bin auf den
Hundesportverein in der Frohen Zukunft gestoßen. Dort war es anfangs gar nicht so schlecht, aber so das Wahre war es am Ende doch nicht. Ich war viel mit Spike unterwegs. Schon zu Beginn besuchten eine Freundin und ich mit ihm eine Motorradmesse in Schwerin. Keine Ahnung, wie wir damals auf die Idee kamen. Aber Spike war am Start. Auch im Neustadt-Centrum waren wir regelmäßig, so auch im MediMax, wo ich Kontakt knüpfte zu einer Halterin mit zwei Hunden und weiteren Kontakten zu einer Hundegruppe in Teutschenthal und Umgebung. Durch diesen Kontakt lernte ich vor 10 Jahren, JUBILÄUM, meine Beste, Jeanette, kennen. Es war am Ende eine recht feste Truppe mit 7 Hunden. Immer mal in einer anderen Zusammensetzung. Freilauf auf einer Wiese, wo ich jetzt keinen Hund mehr laufen lassen würde. Aber man wird ja immer schlauer. Die Runden, die wir in dieser Gruppe
manchmal drehten, waren schon sehr weitläufig und wir waren irgendwie immer in Action. Na ja,
am Ende die Unruhe, die er bis zum letzten Tag mit sich trug.

Durch weiteren Kontakt alleiniger Runden lernte ich weitere Leute kennen auf der Hundewiese auf der Ziegelwiese in Halle. Da gab es dann einen Kontakt, der eher zufällig war. Aber in zweifacher Begegnung. Auf dieser besagten Wiese traf ich immer ab und an eine Deutsche Dogge, mit der sich Spike gut verstand. Es war ein Herrchen an der Seite. Als ich eines Tages mal in Seeben eine Runde mit Spike lief, kam mir diese Dogge ebenfalls entgegen, aber ein Frauchen dazu. Da fragte ich nur, ist das nicht der und der. Tja, und so lernte ich Sabine kennen. Später war Spike Meister für Sabines
Doggenwelpen, der heute bereits 9 Jahre alt ist und noch immer ein Eichhörnchen auf LSD. Aus der vorher benannten Hundegruppe leben jetzt nur noch 3 Hunde. Die Zeit vergeht…

Die Hundegruppe in Teutschenthal und einige andere Bedingungen zogen mich hinaus aufs Dorf. So ging es 2016 hinaus aufs Land, ca. 20km von Halle entfernt. Spike ist nach ca. 1 ¼ Jahr endlich vernünftig geworden und hat von einem Tag auf den anderen nichts mehr zerstört. Da war ich sehr froh drüber. So konnte Umzug Nummer 2 mit ihm starten hinaus in die Freiheit. Die hat er nämlich sehr genossen. Leider nahm damit auch der Jagdtrieb zu. Oh, wie habe ich das gehasst. Aber selbst schuld, denn geschult habe ich es mit Balljagd. Da war er nämlich auch ein Junkee. Genauso liebte er das Wasser, aber nur, wenn was geflogen kam. Ansonsten war es jetzt nicht so sonderlich interessant. Ach doch, Dreckpfützen waren richtig toll. Was da schon für Bilder entstanden sind, einfach herrlich. Auch sonst war er, wie ich konnte, immer mit am Start, immer mit unterwegs. Ich habe ihm bestimmt immer mal etwas wenig Ruhe gegönnt. Asche auf mein Haupt. Aber er war auch immer bereit.

Die Hundegruppe hatte sich tatsächlich kurz nach meinem Umzug in die Gegend durch eine
Belanglosigkeit zerschlagen bzw. in „Gruppen“ getrennt. Nur, weil ich einfach ehrlich war. Wie auch immer. Wir haben neue Kontakte geknüpft im Ort und hatten auch hier einen regen Austausch und schöne Runden. Und so lernte man immer und immer wieder neue Leute kennen und es entwickelten sich eben auch Freundschaften. Spike war im Umgang mit Hunden immer souveräner geworden. Manchmal zwar auch ein kleines Arschloch bei neuen Bekanntschaften, aber ja, man muss ja zeigen, wer der Chef ist. Irgendwann kam für mich die Überlegung, mir einen zweiten Hund anzuschaffen. Ich kann leider nicht genau sagen, was der Anlass war, aber es war so. Dennoch habe ich lange und gut überlegt, denn am Ende musste es ja auch zu Spike passen. 2019 war es dann so weit. Durch eine Freundin von Sabine und deren Bekannter wollte seine junge Hündin abgeben. Er war ehrlich und sagte, er sei mit ihr überfordert. Komischerweise kannte ich den Besitzer durch Begegnungen auf der Ziegelwiese mit der Hündin Kira. Die Mutter der verrückten Ava. Spike, der mittlerweile entspannt geworden war und eben souverän, traf in der Galgenbergschlucht nun das erste Mal auf sie. Dieses Treffen war klasse, denn es harmonierte sehr. So stand der Entschluss. Ein Zweithund zog ein. Zu Beginn war es doch noch etwas heikel in der ein oder anderen Situation, gerade wenn es um Futter ging. Da kam dann ein Moment ganz recht, wo ich vielleicht etwas rabiat durchgreifen musste, aber es ging um mein Essen. Etwas fiel herunter und beide kamen sich in die Wolle. Na ja, beide in den Nacken gegriffen und auseinandergezerrt und laut geworden. Ab da war die Regel klar, wer was zu sagen hat, nämlich ich. Spike schaute mich in dem Moment unschuldig an, aber ich wusste, dass er eher der Futterneider war. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich Leckerli durch die Gegend werfen und sagen, wer es erhält, und das funktionierte.

Einige Zeit später, es war Mitte November 2019, gab es ein Ereignis, wo ich kurz dachte, das war’s
mit Spike. Ich ging meine Runde zum Feldweg hinaus wie immer, Spike ohne Leine bei mir in der Nähe bleibend, Ava an der Schleppleine. Auf den Rückweg sprintet Spike auf einmal los Richtung Senke hinein ins Gestrüpp, nicht mehr abrufbar. Ich hörte es kurz aufjaulen und es ging ein kalter Schauer durch den Körper. Ich bewegte mich mit Ava in die Richtung, als er dann humpelnder Weise uns entgegen kam. Er hatte sichtlich Schmerzen und wollte, als er mit uns auf dem Weg wieder war, nicht weiterlaufen. Es war eine Runde, in der ich mal nicht das Handy dabei hatte. Welch ein Ärger. Was habe ich gemacht? – Ich habe meine Jacke ausgezogen, Spike darauf legen lassen und am Baum fest gemacht, mit Ava schnell nach Hause gelaufen und diese erst einmal bei einer Bekannten aus
dem Ort gelassen und dann das Auto geschnappt und zu Spike gefahren. Er lag noch dort und hat auf mich gewartet, ist nicht aufgestanden. Die Schmerzen müssen höllisch gewesen sein, aber
offensichtlich war im ersten Moment nichts zu sehen. Er hüpfte aber dennoch komplett ins Auto
hinein. Dann ging es in die Tierklinik nach Panitzsch. Spike lag die gesamte Zeit ruhig hinten, als ob er die Gewissheit hatte, Frauchen hilft mir schon. In der Klinik angekommen zeigte sich bei der Untersuchung eine „saubere“ Pfählungsverletzung am Brustbein. Im Röntgen, welches er ohne Probleme mit sich machen ließ, stellte man fest, dass er Glück im Unglück hatte. Nahe am Brustkorb vorbei. Und da keinerlei Splitter von Holz oder ähnlichem zu sehen war, vermute ich ja eines. Ich möchte es nicht aussprechen, aber ich vermute, dass viele es erahnen können. So hieß es dann quasi schön auf einem Sonntag noch eine Not-OP und zwei Nächte dort in der Klinik verbringen. Das war wohl der Horror für ihn. Dafür war die Wiedersehensfreude umso größer. Egal, wie hoch die Rechnung war, ich hatte meinenHerzenshund wieder. Für Ava war das auch ein komisches Gefühl allein zu Hause. Na ja, die offene Drainage musste dann noch ein paar Tage verweilen, ehe sie der Haustierarzt entfernen durfte. Die Wundheilung war nicht die Schönste und er
war bis zum Ende hin auch sehr kratzempfindlich an dieser Stelle. Die Narbe war aber auch nicht schön. Blöde Stelle eben.

Tja, und so hieß es für beide lange Leinenpflicht. Zwei Jagdfreunde mit einem negativen Erlebnis,
welches aber nicht geprägt hat. Schade.

Im Oktober 2020 gab es noch ein Erlebnis, wo ich Spike wieder freilaufen lassen habe, aber Ava an
ihn gekoppelt habe, damit die Verrückte nicht abhaut. Na ja, am Ende stand ich mit einem
gebrochenen Bein aufm Feldweg und war zum Glück nicht allein. Und dieses Mal hatte ich sogar
mein Handy dabei. Schließlich lernt man aus Fehlern. Spike und Ava kamen im Vollspeed auf mich zu, Ava wich mir aus, Spike wollte auch, konnte wegen der Kopplung aber nicht. Und dann hat es Krach gemacht. Tibiakopffraktur. 5 bzw. 6 Monate getrennt von meinen Hunden. Was für eine beschissene Zeit, aber ich konnte ja nur mit Gehstützen laufen bzw. humpeln. Für Ava war diese Phase nicht so schlimm, aber Spike hat durch diese 5-monatige Trennung schon sehr gelitten. Zumal ich beide nicht so häufig sehen konnte. 2 oder 3 Wochen konnte ich sie um mich haben, als ich mal in der alten Heimat war. Umso schwerer war es danach, sie wieder hingeben zu müssen. Aber so lange ich nicht sicher laufen konnte, konnte ich sie nicht nehmen, so schwer es auch war. Auch diese Zeit haben wir überstanden.

Jahr für Jahr gingen wir nun zu dritt durch dick und dünn. Haben Urlaube gemacht und waren mal hier, mal dort. Die Zeit verging wie im Fluge und Spike wurde zumindest draußen immer
entspannter. Aber wehe, es ging ans Wasser oder es gab einen Ball oder ein „Stöckchen“ zum
Abschleppen. Dann konnte er noch einmal jung sein. In der Wohnung wurde er zwar zunehmend ein kleiner Unruhegeist, aber draußen juckte es ihm kaum noch, wenn er von irgendeinem Hund
angemacht wurde oder Ava sich mal wieder mit jemanden verstrickte. Im Gegenteil. Manchmal ging der alte Herre auch dazwischen. Zunehmend schwanden auch die Ansätze zum Spielen, aber gerade, wenn mal die Sonne schien und es so zum Ende der Runde hin ging, animierte er Ava sogar immer mal. Das waren immer sehr interessant, die Interaktion der beiden dann. Aber Ava war dann trotzdem immer ganz schön rabiat, sodass ich dann immer unterbrechen musste.

Heute vor einem Jahr bin ich mit Spike und Ava dann noch der Hundefamilie Sankt Rochus
beigetreten, sodass wir auch da noch einmal einzigartige Erlebnisse hatten. Und dabei waren
manchmal 2-3 Stunden an Runden nichts. Diese Erlebnisse bleiben unvergesslich. Dazu zählt die
Bootstour auf der Saale, aber vor allem auch der Hundeurlaub in der Sächsischen Schweiz. Was für ein Marsch war das bitte, den er durchgehalten hat. 6 ½ Stunden. No way. Aber doch, er hat es durchgezogen. Hauptsache beim Frauchen mit am Start. Da hat der Hund besser durchgehalten als das Frauchen. Dennoch gilt, gemeinsam sind wir stark. Ich würde ja behaupten, dass er mir blind vertraut hat. Er war nun schon 11 Jahre alt, ihn hat nichts aus der Ruhe gebracht und er wurde draußen so chillig. Drin dafür mehr und mehr Unruhegeist. Zwischendurch hat er immer mal, vor allem nach heavy Wanderung, Physiotherapie erhalten. Zuvor auch schon ab und an mal, aber dann in einem engeren Zeitrahmen. Es schien auch etwas zu helfen. Mit dem Wissen von heute waren es
vielleicht schon andere Anzeichen, aber gut, man kann die Zeit nicht zurückdrehen.

Nach Silvester war alles schon etwas komisch. Spike kam mit zu den Runden, aber drin wurde er immer unruhiger. Nun musste er auch immer mal nachts raus, weckte mich zeitweise im 4-StundenTakt, hielt aber aus, wenn ich arbeiten war. Spikes Bauch wurde zunehmend etwas mehr, aber ich dachte, es läge an der Futterumstellung mit eventuell etwas Blähungen. Am Mittwoch, den 8.1. gingen wir noch eine gemeinsame Runde um die Rabeninsel mit der Hundefamilie. Freitag, der 10.1., wurde er unruhig und ich beschloss rauszufahren nach Schwittersdorf, um dort eine schöne Schneerunde zu drehen. Er fühlte sich scheinbar wohl, konnte sich leeren, der Bauch war dennoch
recht prall. Er jagte Schneebällen hinterher, animierte Ava mal kurz und schleppte noch eine
Baumwurzel mindestens einen Kilometer ab. Zu Hause angekommen wurde er jedoch nicht ruhiger und ich umso unruhiger. Ich rief beim Haustierarzt an, wo leider keiner ans Telefon ging. So beschloss ich in Absprache mit meiner lieben Jeanette, dass ich in die Tierklinik fahre. Zuerst rief ich in Panitzsch an, diese hatten aber im Ernstfall keine Kapazität für eine eventuelle OP, falls es was zu operieren gäbe. Sie empfahl mir am Telefon, in die Uni-Tierklinik zu fahren. Gesagt, getan. Jeanette habe ich gebeten mitzukommen. Und, obwohl sie keine Lust geäußert hatte, ist sie mitgefahren. Heute kann ich sagen, zum Glück.

Ich hatte am 7.1. bereits einen Termin bezüglich der Symptomatik, die Spike in letzter Zeit so ein
wenig zeigte und die auch 1 zu 1 passten, telefonisch vereinbart für den 17.1.. Cushing-Syndrom war meine Vermutung. Mit dieser Vermutung ging es also in die Tierklinik. Aber es kommt ja eh immer anders, als man denkt. Wir mussten nicht lange warten und Spike wurde von einem sehr netten und kompetenten Arzt untersucht. Herz, Lunge, Temperatur waren alles in Ordnung. Der Bauch jedoch war bretthart. Er entschloss sich zwischen Röntgen und Ultraschall für letzteres und fragte, ob wir
einen Maulkorb bräuchten. Ich meinte nein zum Tierarzt. So gingen wir erst zur Waage, die 34,7kg
anzeigte, im August waren es noch 31,2kg beim Haustierarzt. Im Anschluss ging es in das Zimmer
zum Ultraschall. Spike musste auf den Rücken gelagert werden komplett. Dabei stand ich am Kopf und hielt die Vorderpfoten fest. Erst einmal musste gefühlt noch 1kg Haare entfernt werden, was wohl bestimmt 20 Minuten in Anspruch nahm, ehe der Arzt den Ultraschall machen konnte. Begonnen hat er mit der Harnblase. Da war alles schick. Links neben der Harnblase gab es aber etwas, was nicht dahin gehörte: freie Flüssigkeit. Als er zum nächsten Organ überging, ahnte ich bereits Schlimmes. Knoten an Knoten und es sollte die Milz sein. Na ja, was davon noch übrig war. Weiter ging es mit der Leber, die ebenfalls nicht mehr sehr gesund aussah. Der Rest war am Ende schon egal. Therapievorschläge gab es auch, aber trotzdem war es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein
Bösartiges Geschehen in der Milz, ein Hämangiosarkom. Das Urteil war somit im tiefsten Inneren schon gefällt. Ja, vielleicht hätte er noch ein Jahr gehabt, aber ganz ehrlich, unter welchen Bedingungen? 2-3 Tage in der Tierklinik nach fetter Narkose und riesiger OP ohne mich. Der Stress für den Hund… Und so fiel die Entscheidung auf die Euthanasie.

Ich war so froh, dass ich Jeanette und Ava dabeihatte. Ich musste erst einmal an die frische Luft mit Spike und mit Jeanette beraten, wie wir das alles nun am besten handhaben. Ich war fertig mit der Welt. Sie stand still und ich wusste nicht, wie mir geschieht. Auch Spike und Ava schauten traurig, aber Spike wusste, dass ich das Beste für ihn entscheiden werde. Sonst hätte er all das nicht so toleriert bis dahin. So entschied ich mich nach einem Gespräch mit Jeanette, es dort direkt in der Tierklinik machen zu lassen. Jeanette und Ava warteten im Wartebereich und ich ging mit dem Tierarzt mit. Auch für ihn war dieser Schritt nicht leicht. Er gab uns eine Decke, wir legten uns gemeinsam hin und Spike erhielt einen venösen Zugang. Danach ging der Tierarzt die Medikamente holen. Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit. Aber ja, es lässt eben auch solche Menschen nicht kalt. Als er wiederkam, habe ich mit ihm abgesprochen, dass er erst Spike alles gibt und dann Jeanette und Ava dazu kommen. So gab es erst einmal das Narkosemittel Propofol und im Anschluss das Euthanasie-Medikament. Er öffnete das Fenster, eine Geste, die ich sehr schätzte!

Ava kam erst einmal ganz aufgeregt herein, schnüffelte, war etwas unruhig, legte sich dann aber kurz ab. Nach einem kurzen Moment stellte sich Ava etwas weiter ab von Spike und mir und das war das Zeichen, dass sie verstanden hat, was los ist und gern wieder gehen möchte. Ein
beeindruckender Moment, für mich jedoch auch sehr schmerzlich.

11 Jahre, 3 Monate und 8 Tage hat dein Leben gehalten und du warst fast 11 Jahre an meiner Seite. Du hast meinem Leben etwas Mut eingehaucht, etwas Selbstbewusstsein in der Zeit, die für mich etwas undefinierbar war. Mit der Steigerung meines Selbstbewusstseins bist du tatsächlich immer entspannter geworden. Du hast mir gezeigt, wie es gehen kann. Die Liebe, ungebrochen, immer an der Seite. Die Entscheidung für dich fiel am Ende einfach, weil ich am Ende wusste, was es bedeutet. Leid wollte ich nicht, auch keinen Stress. Im Herzen lebst du immer weiter und auch einen Stern hast du erhalten von der Hundefamilie, weil du es wert bist. Danke für die wundervollen Jahre, die
erlebnisreichen Urlaube und die spannenden neuen Wege, die wir erkundet haben. Wir gehen nun nicht mehr zu dritt auf der Erde neue Wege, sondern nur zu zweit, aber du bist dennoch immer dabei.

Abschiednehmen ist hart, aber dennoch war mir ein weiterer Schritt wichtig. Da Jeanette bereits
Kontakt zur Tierbestattung hatte, hatte sie diese angerufen und gefragt, ob wir im Anschluss Spike direkt in Landsberg vorbeibringen können. Gesagt, getan. Und so wusste ich, dass mein Hund auch dort ankommt und nun auch in wenigen Tagen sein körperliches Überbleibsel wieder zurück zu mir findet. Es war ein Seelenhund, mit dem ich gewachsen bin. Nun ist der Prinz oben und die Prinzessin genießt die Zeit. Sie sucht Spike zum Glück nicht, trauert aber dennoch etwas. Es ist sehr ruhig geworden. Der Unruhegeist kann nun oben alle verrückt machen, die sich da oben schon befinden.

Und ja, wie sagt man so schön, im Nachhinein sieht man Dinge immer aus etwas anderer
Perspektive. Aber die Zeit kann man nicht zurückdrehen und das ist auch gut so. Denn das Leben geht immer weiter und wir lernen mit jedem dieser Tage. Wie schön war doch der letzte Tag noch im Schnee. Spike hatte ein großartiges Leben mit manchmal kleinen Risiken.

Und so dreht sich die Zeit immer weiter, es ist schon wieder 10 Tage her. Der Alltag fällt mir durch die Prinzessin einfacher, aber der Verlust wiegt noch schwer. Es wird noch etwas Zeit brauchen, aber da ich Optimismus lebe, wird auch das leichter. Verarbeitung mittels dieser Zeilen hilft mir dabei ungemein. Und was mich nicht umhaut, macht mich noch stärker.

So hält der Alltag wieder Einzug und Ava und ich drehen mit der Hundefamilie unsere Runden, ich
treffe mich mit Freunden, gehe meiner Arbeit wieder nach und verarbeite das Geschehene hier in diesem Umfeld und hoffe, dass ich einen kleinen Einblick in Spikes Leben verschaffen konnte, natürlich aus Haltersicht.

Auf der Website wird in den folgenden Tagen eine Bilderreihe folgen von Spike mit wundervollen Darstellungen des fotogenen Spikes. Mit ihm bin ich gewachsen und habe meinen Weg gefunden.

Memo an Dich: Danke!!

ein zufriedener Blick
Avatar von Unbekannt

Autor: famyvo

Ich geh arbeiten, meine Hobbies sind die Fotografie, das Erkunden neuer Wanderwege für mich und meinen Hund, zudem bin ich spontan immer mal unterwegs im Landesgebiet. Willkommen im Leben!

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