Zwiegespalten

Guten Abend ihr Lieben.

Wow, was für Tage liegen hinter mir? An sich ein besonderer Urlaub gar nicht weit weg vom eigentlichen Wohnort. Lediglich knapp 60km. Und doch ist viel passiert in diesen 5 Tagen.

Meine Anreise war am Freitag. Entspannt ging es ins Selketal. Der erste Urlaub nur mit Ava, ohne den alten Herren. Stimmt nicht ganz… Aber dieses Mal ist es ja offiziell so.

Geplant für die Tage habe ich nichts, alles passierte recht spontan. Grundsätzlich plane ich nie groß was. Es soll schließlich zur Erholung dienen. Tja, ich war dann wohl die ganzen Tage über der einzige Hotelgast. Auch nicht schlecht. Umso ruhiger war es. Durch Umbauarbeiten war aber trotzdem ein wenig was los, zumindest die Wochentage jetzt.

Versteckt zwischen Meisdorf und Pansfelde liegt das Hotel. Im ersten Moment hatte ich es nicht gleich gefunden. So mitten im tiefsten Selketal. Wunderschön direkt neben der Selke. Gäbe es hier kein WLAN, wäre man hier völlig tot.

Am Samstag ging es nach dem Frühstück zur ersten Wandertour. 9km auf den Kirchberg hoch. Natürlich spontan. Genutzt habe ich für diese Route die AllTrails App. Es war eine ausgiebige erste Runde, um die Gegend kennenzulernen. Natürlich gab es Höhenmeter. Man befindet sich schließlich im Harz, auch wenn es der nördlichste Teil davon ist in diesem Bereich. Zum Abend ging es ins hauseigene Restaurant. Das Essen ist gut, die Auswahl etwas gering, aber dennoch gibt der Koch seine beste Leistung. Personalmangel auch hier. Wie überall in diesen Branchen. Schade eigentlich. Hoffentlich wird es auch dort bald besser.

Sonntag habe ich mal geschaut, dass ich als Flachland-Dulli ne entspannte flache Tour laufe. Es ging zur Selkemühle. Über 7 Brücken ging ich, aber die Selkemühle habe ich nicht gefunden. Es waren wirklich 7 Brücken und am Ende hatte ich 16km auf dem Tacho. Aber landschaftlich kann die Gegend wirklich was bieten. Es ging dabei wirklich immer entlang der Selke flußaufwärts. Meine verrückte Ava war die Tage schon so entspannt, sodass sich das auch auf mich übertragen hat. Tiefes Durchatmen im Tal der Ahnungslosen. Denn Empfang gleich null. Aber gar nicht schlimm. Fußlahm waren wir trotzdem am Abend. Ich ging zum Abendessen wieder ins Restaurant.

Montag war ein Tag, den wir zum Entspannen genutzt haben. Nur eine kleine Mittagsrunde von etwas über einer Stunde. Ava genießt diese Zeit hier sehr. Sie ist so anders. So entspannt. Aber ich bin es eben auch. Kein Stress, keine große Geräuschkulisse. Im Gegenteil. Am Abend hörst du nur den Uhu und das Rauschen der Selke. Traum.

Der heutige Tag war dann wieder etwas sportlicher. Heute wollte ich den Lumpenstieg wagen. Gedacht -> getan. Es war eben ein Stieg. Aber auch hier eine entspannte Ava und ich konnte immer mal kurze Pausen machen. 130 steile Höhenmeter. Aber sie waren am Ende nicht anstrengend. Klar schon, aber anders. Die kleinen Herausforderungen des Alltags. Ich mag es. Es war schon immer meine Devise, den längeren Atem zu haben und durchzuziehen. Auch wenn es halt in meinem Tempo vorangeht. Das ist die Erkenntnis, die ich für mich mal wieder gewonnen habe. Dabei war es schon immer so. Sei es Schule damals, Arbeit heute oder auch die Beschäftigung mit den eigenen Emotionen.

Die Abende sind arschkalt, hindern mich hier aber nicht daran, mir jeden Abend den Sternenhimmel zu betrachten und an nichts zu denken. Einfach fasziniert von der ganzen Pracht ohne jegliche Lichtverschmutzung. In der Tiefe der Dunkelheit, und dazu rauscht die Selke viele Wasser hinunter. Es wird emotional bei dieser entspannten Lage. Damit habe ich gerechnet. Aber dennoch genieße ich es. Denn es offenbart die wahre Ehrlichkeit.

Was hat der Urlaub nun mit dem Titel zutun, fragt ihr euch? Ja, ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Dieser Baum hat im Selketal zwei Gesichter. Warum haben das auch so viele Menschen? Warum verstecken sie sich hinter irgendwas? Ehrlich zu sich selbst zu sein, die Wurzeln kennen und akzeptieren, so, wie es ist. Unten am Stamm ist das Grün noch stark und dicht, nach oben immer lichter. Es fehlt die Energie, beide Gesichter zur Fülle zu erreichen. Allein schon, dass dieser Baum so allein dort steht, hat Wirkung hinterlassen auf ganzer Ebene.

Und so endet dieser Urlaub mit dem morgigen Tag im schönem ruhigen Selketal. Morgen geht es aber noch einmal zumindest kurz hoch zur Burg Falkenstein, auch wenn diese aktuell wegen eines Mauereinsturz gesperrt ist. Nun aber genieße ich die ruhige Nacht mit dem Rauschen des Wassers.

Habt einen schönen Abend und bis bald!

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Autor: famyvo

Ich geh arbeiten, meine Hobbies sind die Fotografie, das Erkunden neuer Wanderwege für mich und meinen Hund, zudem bin ich spontan immer mal unterwegs im Landesgebiet. Willkommen im Leben!

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