Wenn die Welt den Kopf entzweit

Guten Abend ihr Lieben.

Ja, die Beiträge werden jetzt wieder etwas häufiger. Aber das liegt wohl auch daran, dass der Gedankenfluss wieder besser rollt. Na ja, Rollen ist übertrieben. Ihr wisst schon…

Einige Tage sind vergangen und es ist schon wieder so vieles passiert, was nachdenklich gemacht hat. Die eine Geschichte auf Arbeit, dann intensive Freundschaften und Begegnungen, Menschen, die einfach nicht klar denken können, warum auch immer. Ob es nun mit Entgleisungen zutun hat oder mit anderen Geschichten. Aber vor allem sehe ich dabei mich, wie weit ich davon Abstand halten kann bzw. weiter neutral urteilen kann und wie weit ich doch schon in meiner Entwicklung bin.

Daran sehe ich immer und immer wieder, was es mir bringt, Dinge noch einmal anders zu betrachten. Und ich weiß auch, dass es anders wäre, wenn ich meine eigenen Entscheidungen nicht getroffen hätte. Es können damit nicht immer alle einverstanden sein. Das ist Blödsinn. Jeder findet seinen eigenen Weg aus Krisenzeiten. Und ja, das verdammte Leben ist kein Ponyhof.

Was mich wirklich beeindruckt, ist, dass mich das Thema Depressionen im Freundes- und Bekanntenkreis ziemlich häufig begegnet. Ein Tabuthema, vielleicht.

Ich bin sicher auch empfänglich dafür, habe aber meine Ressourcen für den Umgang damit und den besten Ausgleich. Es gibt immer Phasen, wo sich der Kopf mal entzweit und man nicht den Tag in den Griff bekommt. Solche Tage darf es geben. Aber am Ende möchte ich diesen Begriff Depression vielleicht etwas anders für mich definieren. Zumindest durfte ich das damals für mich neu kennenlernen vor nunmehr 2 Jahren in der Hypnosetherapie. Und ja, verdammt, es hat so vieles mit unserer Kindheit zutun, die wir im Alter versuchen zu kompensieren. Warum gibt es Sucht-Patienten? Im Kontext würde ich das einfach die Kompensation von einer belasteten Psyche betrachten. Schade dabei ist nur, dass es nur wenige Menschen gibt, die richtig in die Tiefe herankommen. Schlüsselfragen gibt es da einige. Aber am Ende kommt immer das Gleiche zum Vorschein. Die verletzte Gefühlsebene.

Wenn man darüber mal tiefer nachdenkt, stimmt das im größten Anteil. Wir lernen aus unserem sozialen Umfeld. Und wenn wir ein neues kennenlernen, merken wir, dass es ganz anders laufen kann. Dabei beginnt der erste Schritt immer bei uns selbst. Erst wenn wir unsere Einstellung, unseren Blickwinkel, verändern, verändert sich unser Umfeld. Vieles machen wir unbewusst beim Treffen von Entscheidungen. Macht man sie sich bewusst und hinterfragt, warum man diese so getroffen hat, ist das eine eigene Entwicklung.

Wir sollten uns nicht abhängig machen von irgendwelchen Einflüssen von außen. Jeder geht eben seinen Weg. Und ja, manchmal stößt man auf Gegenwehr, aber auch das macht uns stärker.

Ich finde es manchmal ziemlich erschreckend, wie schnell doch der Griff zu Medikamenten geht in Bezug auf Depressionen. Sie helfen vielleicht aus einem tiefen Loch hervorzukommen, aber der Grund, dem alles zugrunde liegt, dort wird nicht herumgefuhrwerkt. Dabei ist das doch das, was essenziell sein sollte. Und ja, verdammt, es liegen immer richtig beschissene Ereignisse zu Füßen, die belasten. Dabei kann es was winzig Kleines aus der vergangenen Kindheit sein, was vielleicht völlig banal klingen mag. Aber genau das sind Dinge, womit das kindliche Gehirn nicht umgehen vermag und es eben tief und tiefer ins Unterbewusstsein schiebt. Und dann kommt das Alter, wo man begreift und Entscheidungen trifft, die aber irgendwie nicht so sind, wie sie sein sollten. Oder genau richtig, man aber nicht zuordnen kann, warum man am Ende so gewählt hat. So ging es mir, bis es aufgeklart ist im Kopf, warum es so entzweit ist.

Man könnte denken, das Leben ist planbar, aber unser Kopf ist im Kindes- und Jugendalter einfach nicht reif genug, um klare Strukturen zu sehen. Sonst wäre es ja aber auch zu einfach, glaube ich. Viel wichtiger finde ich wirklich, dass wir mehr unsere Gefühle unserem Gegenüber zeigen sollten. Auch und vor allem unseren Kindern. Denn am Ende sind auch diese essenziell. Auch und in jedem Alter. Wie formuliere ich vor allem solche Anliegen. Anbrüllen ist keine gute Lösung. Und da kommt auch alles wieder über die Kommunikation zustande. Diese Gesellschaft kommuniziert nicht mehr verbal im Gegenüber, sondern nur noch im Netz. Und wie zeigt sich ja auch schön immer wieder in Hasskommentaren. Die wenigsten von diesen Menschen würden es persönlich so sagen. Weil sie vielleicht Angst vor einer Reaktion haben, mit der sie nicht rechnen.

Ein interessantes Beispiel aus der Arbeit: Ein Patient ist schlecht gelaunt und patzig zur Pflegekraft. Es entsteht eine angespannte Stimmung. Als ich mal etwas Zeit hatte und dieser Patient mir auch patzig kam, habe ich drei Mal hintereinander gefragt, was los sei. Tja, und zack, kam etwas heraus, wo ich auch vielleicht ne „angepisste“ Stimmung gehabt hätte. Und die Stimmung wurde anders im Raum.

Aber warum haben wir verlernt, etwas offen anzusprechen? Das wüsste ich zu gern? Probleme offen legen macht das Verständnis und Verstehen des Gegenübers doch wesentlich einfacher. Das ist genau wie im Unterricht. Wenn ich etwas bildlich offen lege und zeige, verstehen es doch wesentlich mehr als wenn ich nur stur den Stoff runter rattere. Darum mag ich meine Arbeit auch sehr, wenn ich etwas anschaulich erklären kann. Da gibt es eben auch die verschiedenen Lerntypen. Und genau so ist das auch mit den Gefühlen. Manchen muss man sie einfach bildhaft vor Augen führen.

So hat jeder seine eigenen Probleme, die er einfach mit Menschen seines gesunden Umfelds besprechen sollte. Medikamente helfen da nur wenig. Entwickelt für euch Strategien zum Umgang mit schwierigen Situationen, schaut in die Tiefe, nehmt andere Betrachtungswinkel in die Hand, Thema Empathie, und bleibt dennoch euch selbst vor allem treu. Mein wirklich eigenes Ich habe ich vor zwei Jahren erst freigeschaufelt. Wer mich zuvor kannte, erkannte mich dann nicht mehr so wieder. Aber das ist  mein Leben. Und da darf man auch mal egoistisch sein. Bin ich aber nicht. Nicht immer.

Wie sagte Frau Tannewitz damals zu mir. Sie könnten ein Buch schreiben, so wie Sie den Blog schreiben. Es wird wohl nie dazu kommen, weil zu viel eigene Meinung und zu wenig Fiktion drin wäre. Daher bleibe ich aber meinem Blog treu, weil es für mich auch eine Form der Verarbeitung in Bild ist und ich auch so einen kleinen Teil der Gesellschaft erreiche. Auch wenn es nur eine Handvoll ist, so ist das schon mehr als gedacht.

Und lasst euch sagen, ein Leben kann mit 92 Jahren, mit 66 Jahren, mit 43 Jahren oder auch schon mit 31 Jahren enden. Also macht das Beste draus. Schaut einfach auch, was euch gut tut, entwickelt Ausgleich zu dem, was da draußen herrscht. Es ist immer wieder krass, wie sehr negative Kritik sofort im Hirn bleibt und Positives verpufft? Warum, weil wir so ticken… Nein, wir sollten lernen umzudenken. Pillen hin oder her, am Ende kommt es darauf an, was du aus deinem Leben machst.

Ich hoffe, ihr blickt durch meine Ansichten, was die Thematik Kopf und Gefühle bedeutet. Ansonsten gibt es viele Fragezeichen.

In diesem Sinne, Kopf hoch, Ziel setzen für den nächsten Tag und egal welches Wetter, raus mit euch. Mit Hund ist das deutlich einfacher. 🙂

Schönen Abend und eine gute Nacht!

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Autor: famyvo

Ich geh arbeiten, meine Hobbies sind die Fotografie, das Erkunden neuer Wanderwege für mich und meinen Hund, zudem bin ich spontan immer mal unterwegs im Landesgebiet. Willkommen im Leben!

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