Freitod…. Warum auch ich damit arbeiten muss und es mich ganz und gar nicht kalt lässt…
Was geht in so einem Menschen vor, der sich aus freien Stücken dazu entscheidet? Gebildet, Lebenserfahrung von über 80 Jahren und dann das. Ich versuche es zu verstehen.
Dieser Mensch hatte die Wahl zwischen Pest und Cholera. Diagnosen sind manchmal nicht zu verarbeiten und jeder geht anders damit um. Ob es jemals Gedanken dazu gab, was das Umfeld denken könnte? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Manchmal ist man einfach im Tunnel gefangen und sieht keinen Ausweg mehr. Aber so krass? Anders wäre schöner bzw. schonender gewesen. Aber so denkt das Umfeld, nicht dieser betroffene Mensch. Er wollte Erfolg und hatte es auch.
Und ja, verdammt, ich arbeite damit. In meinem Kopf und mit den Gedanken, was nehme ich aus dieser Erfahrung mit für mich. Kommunikation wird immer wieder in den Vordergrund rücken, mehr Zeit für Gespräche, die man sich bei diesen Menschen auch einfach nehmen muss. Und ja, ich glaube, umso differenzierter die Menschen sind, desto schlimmer sehen sie ihren Zustand. So entnehme ich es zumindest aus meinen Erfahrungen in diesem klinischen Bereich. Es gibt eben solche und solche.
An Schlaf war nach dieser Nacht nicht wirklich zu denken. Für alle Beteiligten ein Schockzustand. Vor allem für diejenigen, die Erstversorger waren. Ich bin froh, dass man miteinander reden kann und das es auch Angebote vom Arbeitgeber gibt. Denn so schlecht ist dieser Arbeitgeber doch nicht. Es gibt eben nur einige Menschen, die so gar nicht in dieses System passen. Und das geht bishin zur Wut und Unverständnis gegenüber diesen.
Wir müssen nun aus solch einen weiteren Fall etwas für uns lernen. Jeder nimmt wieder etwas Erfahrung mit, die man wahrscheinlich nicht unbedingt gebraucht hätte.
Für Partner und weitere Angehörige sind solche Momente wohl genauso oder gar schlimmer. Dieser Schmerz wird lange sitzen. Denn es sind ausgerechnet diejenigen, bei denen man es so wenig wie möglich mit rechnet.
Ja, das ist ein Job mit allen Facetten des Lebens mit einem schmalen Grad mit den Dingen, die man in den Wortlaut nimmt. Das Leben ist kein Zuckerschlecken.
Für mich ist es nun etwas leer im Kopf, aber ich kann damit arbeiten. Ich teile es mit denen, die in Verbindung damit stehen und es verstehen oder auch nicht. Ich kann die Menschen einerseits verstehen, andererseits betrachte ich das Leben als Herausforderung. Und so trägt jeder seine eigene Entscheidung für das Fortführen des Lebens.
In Gedenken an…


