Guten Abend ihr Lieben.
Oh, es ist schon wieder recht spät, aber das ist gar nicht schlimm. Denn es war wieder ein erlebnisreicher Tag.
Wir waren wohl gegen 7 Uhr in den Oslo-Fjord eingefahren und kurz vor 8 Uhr wurde der Großteil des Schiffes gaaaanz unsanft geweckt mit einem First Response Alarm im Spa-Bereich. Da standen dann wohl einige im Bett, wenn eine laute Durchsage in die Kabine kommt und noch dazu zwei längere Pieptöne. Es blieb spannend, denn die Aufmerksamkeit war ja da. Der Staff Kapitän gab dann aber wenige Minuten später Entwarnung, wobei es wirklich eine ordentliche Rauchentwicklung im Sauna-Bereich gab.
So, da alle wach waren, ging es dann nach dem Frisch machen 9:30 Uhr zum Frühstück. Der Fjord zeigte sich dabei bereits in voller Schönheit. Einfach immer und immer wieder wundervoll. Nach dem Frühstück hatten wir uns für 13 Uhr bei mir auf der Kabine zum Einlaufen verabredet. So hatte jeder noch etwas Zeit für sich und ich beobachtete die Weiterfahrt im Fjord vom Balkon aus. Dicke Jacke an, Decke über die Beine und einen warmen Tee, besser geht es doch gar nicht.
13 Uhr war es dann tatsächlich schon echt knapp, da das Schiff schon so gut wie im Hafen lag. Es fehlten nur noch wenige Meter. So haben wir noch ein bisschen gequasselt und etwas später noch die Menschenmassen von Bord gehend beobachtet und Fotos gemacht. Im Übrigen fing es kurz nach dem Anlegen massiv mit Schneien an. Das ist vermutlich das, was in Deutschland als Regen kam. Danke, dass ihr uns noch etwas übrig gelassen habt.
Ich habe dann die Mädels irgendwann rausgeschmissen, weil mein Ausflug 15:15 Uhr beginnen sollte. Also hieß es noch umziehen, Winterschuhe an und los ging es zur Pier. Eine österreichische Reiseleiterin in Norwegen. International unterwegs. Immer. So hatten wir also wieder einmal Glück mit einem deutschsprachigen Ausflug. Zuerst gab es so einige Dinge im Schneegestöber zu bestaunen und auch tolle Erklärungen. Der Lektor auf dem Schiff beispielsweise erzählte bereits bei der Durchfahrt der engsten Stelle des Fjord die Geschichte von 1940 von der Büchner. Der Anker des Schiffes befindet sich in der Nähe des Hafens. Hochinteressante Geschichte, weil sich die Deutschen ein wenig selbst geschadet haben, weil sie mit in Deutschland hergestellten Waffen gestellt wurden.
Weiter ging es über das Nationalmuseum zum Rathaus der Stadt, wo immer am 10. Dezember der Friedensnobelpreis verliehen wird. Oslo hat nahe der Einkaufspassagen Fußbodenheizung im Winter. So hat man zum Teil eis- und schneefreie Wege. Bezahlt wird das von den Steuergeldern. Norwegen ist ähnlich wie wir mit gewissen Sozialabgaben. Hochinteressant. Aber: sie sind ein schuldenfreies Land und leben quasi von etwa 3% des Erdölfonds. Der Rest des Geldes wird auf die Banken hin und her geschoben. Und unsere nette Reiseleiterin betonte auch noch einmal, dass alles Unfrieden auf der Welt den Ressourcen geschuldet ist, vor allem diesem Erdöl. Und mit dem Punkt hat sie wohl vollkommen recht, wenn ich so die Diskussion von Trump und dem Thema Grönland höre.
Norwegen fand damals. Eine Ader für das wundervolle Erdöl und seither wissen sie, was sie haben. Sie akzeptieren auch die Königsfamilie als Institution und das Parlament. Und so ist in der Innenstadt auch auf der einen Seite das Parlament und in gleicher Verbindung leicht höher stehend das königliche Gebäude. Und in den anderen beiden Richtungen hat man einen Teil der Universität als Wissenschaftseinrichtung und auf der anderen Seite das Nationaltheater für die Kultur. Dieses Zentrum ist ausgeklügelt entstanden und es ist hochinteressant. Nur den Schriftsteller Ibsen kannte keiner von unserer Gruppe.
Jedenfalls ging es nach diesen spannenden Fakten weiter in das Paradox-Museum. Physikalische Gesetze scheinbar ausgesetzt furch einfache optische Täuschungen. So etwas fasziniert mich ja wahnsinnig. Da ging es auch nicht ohne Souvenir heraus.
Da es hier oben in der Jahreszeit ja doch schnell dunkel wird, wirkte die Stadt mit dem Weiß und dem vielen Licht echt schön. Vor allem der im Hafen stehende künstliche Lichtbaum, der übrigens von einer Alkohol produzierenden Firma gesponsert wurde. Na ja, Alkohol ist hier halt auch echt teuer.
Alles in allem ein gelungener Ausflug. 1€ sind aktuell im Kurs etwa 12 Norwegische Kronen. Also Schnapper gemacht.
Zurück auf dem Schiff hab ich mich dann mit den Mädels zum Abendessen verabredet, bevor es 21 Uhr zur Massage ging. Diese hatte mich mal richtig fasziniert, denn es war ein deutscher Physiotherapeut am Werk. Und so konnten wir uns echt klasse unterhalten und na ja, so einige Blockaden lösen. Aktuell merke ich zumindest diese crazy Druckpunkte. Vielleicht habe ich das Glück und ich kann ihn für Donnerstag noch einmal reservieren, den Oli. Die Mädels dort im Spa-Bereich haben, keine Frage, auch ein gutes Händchen, aber das war eben echt Physiotherapie. Das macht einen Unterschied. Danke dafür.
Im Anschluss ging es an unsere Stamm-Bar und kurze Zeit später zur Silent-Party, wo zumindest Doris und ich noch gut abgefeiert haben bis kurz vor Mitternacht. Überraschenderweise gab es kurz auch noch einen erschreckenden Moment mit der nächsten First Response Meldung. Alle Feiernden wurden ganz still und es wirkte beinahe unheimlich. Auch dieses Mal kam schnelle Entwarnung und Erklärung, dass es noch eine Rauchmeldung gab. Und nun sitze ich mit dicker Jacke und eingemummelt in einer Decke auf dem Balkon und schreibe diese letzten Zeilen für heute bzw. gestern. Ein paar Eindrücke gibt es folgend wieder als Bilder und Videos. Wir drei Mädels haben uns jetzt auch die drei Polarlichter genannt. So viel, wie wir heute gelacht haben, leuchten wir wohl noch eine Weile. 🙂
Aber seht gleich selbst. In diesem Sinne eine gute Nacht und bis heute bzw. morgen.







Eindrücke aus dem Paradox-Museum

































