Früher war alles besser…

Guten Abend ihr Lieben.

Heute mal etwas zeitiger wie sonst. Aber mit diesem Spruch braucht ihr mir nicht entgegentreten.

Ich weiß, dass der Spruch häufig kommt. Nicht nur von der Generation über mir, sondern mittlerweile auch von meiner eigenen Altersgeneration. Aber dieser Spruch ist, na ja, wie soll ich es sagen, verkehrt. Selbst ich habe ihn bis vor kurzem noch „rausgehauen“.

Aber ich wünsche mir keine alten Zeiten zurück. Wir müssen mit dem arbeiten, was wir vor Ort haben und daraus das Beste machen. Wir leben eben aktuell in der Zeit der Globalisierung und Technifizierung.

Ich war letztens bei meiner besten Freundin auf einen Tee zu Besuch und konnte so ein bisschen mit künstlicher Intelligenz Bekanntschaft machen. Ich sollte ein Spiel spielen mit einem Sprachassistenten. Am Ende hat dieser doch nach langem „Überlegen“ herausgefunden, an welche Person ich dachte. Dabei geht dieser Assistent einfach nach Ausschlussverfahren und Algorithmen alles durch, was nicht passt und was passt. Dies in einer Geschwindigkeit, was unser Gehirn teilweise überlegen ist. Das ist etwas unheimlich.

Ja, die Zeit ist wirklich sehr schnelllebig geworden und jeder sieht nur noch sich. Warum führt Herr Präsident Putin den Krieg durch. Sieht er vielleicht auch, dass früher, als die Grenzen noch anders lagen, alles besser war? Ich kann ihn leider nicht persönlich fragen. Aber es könnte durchaus möglich sein. Dennoch führt das alles zu keinem Ergebnis, denn das Leben ist im Hier und Jetzt.

Man muss einfach anfangen, konstruktiv zu denken und dennoch den Abstand wahren, den man benötigt, um ein angenehmes Leben führen zu können. Nicht umsonst arbeite ich dort, wo ich arbeite. Nicht umsonst versuche ich gerade ein bisschen Struktur dort einzufordern. Ich war früher nie so. Ich war das kleine graue Mäuschen. Aber mein Selbstbewusstsein ist in diesem und mit diesem Team gewachsen. Und nur, wenn wir an einem Strang ziehen, können wir etwas verändern. Ich möchte nicht immer allein da stehen. Denn dann kämpft man gegen Windmühlen. Trotzdem geht es in kleinen Schritten voran in diesem Haus und die Motivation wächst. Die Fälle, aus denen man lernt, zeigen, wie wichtig es wird, dass der Mensch nicht auf der Strecke bleibt. Ich liebe meinen Job und bin sogar im Urlaub bereit für Konferenzen.

Dennoch habe ich meinen Ausgleich, wo die Medien einfach mal Medien sind. Hunderunden über 2-3 Stunden, das Handy zwar dabei, aber warum sollte ich drauf schauen. Die Konzentration gilt ganz den Chaoten und der Natur und dieser trüben Suppe da draußen. Das Treffen mit Freunden, ganz ohne aufs Handy zu schauen, das ist lebenswert. Das gab es früher und gibt es auch heute noch. Man mag es kaum glauben! Auf dem Balkon sitzen und ein gutes Buch lesen, dazu noch die beste Musik auf den Ohren. Warum brauche ich Nachrichten und das Handy in dieser Zeit. Klar streamt man die Musik über das Handy oder das Tablet, aber dennoch kann man es in diesem Moment ablegen. Wir müssen unser Leben nur wieder etwas bewusster leben. Dann brauchen wir frühere Zeiten nicht mehr. Und es gibt genug, was damals auch nicht gut lief. Ich liebe mein Leben so, wie es sich entwickelt hat. Ich denke nicht, dass ich Entscheidungen hätte anders machen können und akzeptiere mein Umfeld, früher wie heute. Ich bin die, die ich bin, auch wenn ich mich gewandelt bzw. einfach geöffnet habe. Hätte ich früher jemals gedacht, dass ich meine Meinung, wie ich sie jetzt in einem aktuellen beruflichen Fall habe, so geäußert hätte. Niemals. Wir wachsen mit unseren Aufgaben. Früher war nichts besser, es war eben einfach anders! Das Leben, WIR, entwickeln uns.

Was dabei einfach wichtig ist, dass sich keiner dabei verliert. Behaltet euer Bild vor Augen, was ihr anstrebt. Der Weg ist noch immer das Ziel. Klar ändert er sich immer mal, aber darauf kann man sich einlassen. Und wenn er mal steil und unwegsam wird wie der Hausberg in Bodo, den ich letztes Jahr erklommen habe, dann schafft man auch das, eben etwas langsamer als erhofft. Anschluss verliert man nicht, zumindest nicht mit den richtigen Menschen und Partnern an seiner Seite. Allein macht man den ersten Schritt und zusammen wird man stärker.

So sollte man es auch in unserer Dienstleistungsgesellschaft Krankenhaus sehen. Da müssen alle an einem Strang ziehen. Gemeinsam bewegt man mehr. Manchmal muss man dazu auch einfach nerven. Thema gewerkschaftliche Organisation. Es gibt eine Ärztekammer für wesentlich weniger Ärzte, warum keine Pflegekammet für sooo viele Pflegekräfte. Eigentlich kann man da froh über die Möglichkeit, mit einer anderen Organisation mitlaufen zu können, sein. Klar, man muss immer etwas zahlen, aber man zahlt mit dem Beitrag ja auch die Leute, die da sitzen und verhandeln. Umso stärker man auf der einen Seite ist, desto mehr Leute können für euch da verhandeln. Aber das ist auch noch eine andere Geschichte.

Mir ist einfach wichtig: Seid mutig und findet euren eigenen Weg, denkt nicht an früher. Ihr lebt und seid im Hier und Jetzt. Nur das zählt.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Start ins Wochenende. Genießt das trübe Nieselwetter. Hat auch was Schönes an sich… Laufen nicht so viele Leute draußen rum. 🙂

Bis zum nächsten Mal!