Guten Abend ihr Lieben.
Puh, ich hab gar nicht den Punkt in diesem Jahr abgepasst, wann ich denn Jubiläum hätte auf meiner Arbeitsstätte. Aber ich habe es ja so oder so nicht so mit Geburtstagen und co. Selbst den meines Spikes habe ich völlig verplant, aber wir feiern doch eh jeden Tag. Es gibt trotzdem täglich tolle Leckerli. Die kann man auch feiern. Der ist in diesem Jahr tatsächlich schon 11 Jahre alt geworden.
Mir dürfen Leute wahrlich nicht böse sein, wenn ich irgendwelche Tage nicht im Kopf habe. Es sind in meinen Augen keine wichtigen Tage. Wichtig sind doch diese Tage, an denen man sich sehen kann, etwas miteinander machen kann und einfach beisammen ist. Denn das ist doch das, was zählt heute. Ich weiß, da gehen die Meinungen auseinander. Aber so ist meine Einstellung zu diesem Thema.
Tja, ihr überlegt nun, was ich für 10 Jahre schon erreicht habe. Tatsächlich gehöre ich mit kleinen Verflüchtigungen durch Weiterbildungen zehn lange Jahre der HNO an. Höhen und Tiefen, Personalengpass und -schwemme, jahrelang kein Neuzugang und dann holla die Waldfee, kommt einer nach dem anderen. Wow. Eine einzigartige Geschichte… Nun denkt ihr sicher, na das erlebt doch jeder.
Klar erlebt jeder so eine Geschichte, und dabei hat jeder so seine ganz eigene. Darum sind wir ja so individuell.
Während ich gerade mein Corona loswerden möchte und es mich etwas aus den Latschen geholt hat, gab es die Station-Weihnachtsfeier. Klar wäre ich gern mit dabei gewesen, aber meine Feierei zuvor bei der 90er Party und bei Schiller haben wohl so ein paar Viren tanzen lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich liebe ja solche Bilder, hab ich das schon mal erwähnt. Da geht bei mir immer gleich das Kopfkino und das Gegrinse an.
Ja, aktuell genieße ich mein Leben und lebe einfach. Da lassen dann auch mal ein paar Mitbringsel ihre Nebenwirkungen mit liegen. Und so war ich aus dem Urlaub heraus ein paar Tage arbeiten, bis es mich umgehauen hat. So hieß es für mich schonen und Entspannung nachholen. Die anderen feierten auf der Weihnachtsfeier. Wir ahnten ja schon seit längerem, dass sich die Chefin und eine Kollegin mal wieder was ausheckten. Wobei der Grundgedanke ja wirklich klasse war beim Hinterfragen. Das Thema hatte ich im Verlauf schon einmal erwähnt. Wenn du gefragt wirst, was du Positives an einem Menschen siehst, den du schon länger kennst. Dir fallen auf Anhieb oft erst irgendwelche Macken oder gar Negatives ein, aber positiv? Why not? Aber probiert es mal aus, das ist gar nicht so einfach. Ich war sicher nicht die Einzige beim Befragen, wo das so auffiel. Und dann bekommst du als kleines Present von Station so etwas in die Hand, jeder Einzelne von uns. Und was soll ich sagen, es trifft mitten hinein und tut so gut. Danke für die beiden, die sich damit beschäftigt haben. Diese Idee hat sicher bei jedem etwas ausgelöst. Also hier definitiv!

Danke für dieses wunderbare Present und danke auch an alle Kollegen und Kolleginnen. Denn es kommt am Ende ja von allen und für alle.
Jetzt wäre ich nicht ich, wenn da noch ein Kommentar zu käme. Ich würde mir es wünschen, wenn man damit auch einfach offener umgehen würde als eben immer nur das Negative zu sehen. Was schätzen wir an unserem Gegenüber? Und das sollte einfach mehr mündlich mitgeteilt werden. Das geht nur, wenn man miteinander redet. Ja, es plautzen dann auch mal andere Äußerungen heraus, aber man kann damit umgehen, denke ich.
Ich meine es in diesem Bezug so, dass ich meine Fähigkeiten kenne, man wächst ja auch mit seinen Aufgaben, aber damit der Alltag manchmal auch einfach schöne Momente bekommt, sind solche Aussagen, wie sie auf dieser Collage stehen, einfach auch schön zu hören. Es berührt mich dennoch sehr, das möchte ich nicht ungeachtet lassen. Und so kann ein Team zusammenwachsen.
Als ich die HNO zu Springerpool-Zeiten kennenlernen durfte von 2012-2014 waren es immer nur sporadische Einsätze. Je nach Bedarf eben. Dann war akuter Bedarf für einen längeren Zeitraum auf der Strahlenklinik und deren Umzug. Irgendwann kam 2014 die Frage der Leitung, glaube ich, ob ich mich für eine Station entscheiden könnte. Es wäre auf beiden Bedarf gewesen, möchte ich behaupten. Beide Gebiete waren für mich schon sehr spannend, aber es ist aufgrund des stabilen Teams die HNO geworden. Das Küken im Team und das blieb auch eine ganze Zeit lang so. Die einen kamen mal und gingen dann wieder. 2016-2018 war ich dann mal kurz ein bisschen auf Achse mit der Onkologischen Weiterbildung. Wissensdurst war da, aber die Theorie und irgendwelche Studien bearbeiten…. puh… damit habe ich mich sehr sehr schwer getan. Ich bin und bleibe der Praktiker. Den theoretischen Kram können gern andere ergänzen.
Nach und nach wuchs das Team, einige ältere gingen in Rente, die Stellen mussten ja auch wieder gefüllt werden. Auch bei den ärztlichen Kollegen und Kolleginnen gab es bereits einiges an Änderungen bis heute. Aber das eben so an einer Uni. Man möchte sich eben auch weiterentwickeln.
Es gab zwischendurch auch Phasen, die nicht geplant waren. Ein halbes Jahr Ausfall durch einen blöden dummen Unfall mit den eigenen Hunden. Welche Geschichten und Gedanken dazu bis heute zu mir gelangen, ist ja mal ziemlich witzig. Buschfunk eben. Nach meiner sehr persönlichen Veränderung seit dem letzten Jahr habe ich einige Ansichten verändert und es wurde mir in nicht wenigen Punkten bewusst, was passieren muss. Da kam dann auch mal im Personalgespräch der Hammer hinsichtlich Kündigung… Wenn man keine Entwicklung für sich sieht und versucht Dinge umzusetzen, die eben ewig lange Wege benötigen, wo es doch manchmal so einfach und unkompliziert gehen könnte. Auch mein aktuelles Konzept wartet noch immer darauf, vorgestellt zu werden. Grundsätzlich ist der Plan einfach und nah am Menschen und hier geht es schließlich um diese, diejenigen, die unsere Hilfe unkompliziert und schnell benötigen.
Dann gibt es eben diese ewigen Wege, aber dennoch kann man neue Ideen hineinbringen in dieses Haus. Es ist zwar manchmal mit Mehraufwand verbunden, aber man kann Kompromisse finden. Ich hoffe, dass das mit meinem Konzept so anlaufen kann. Mein größter Wunsch für dieses Jahr noch.
Es herrschten auch Momente, wo man das Team innerlich verfluchte, aber das liegt auch an der eigenen Einstellung. Ich glaube, da kommt es auch immer auf die Team-Kombi an, was so manches Mal echt nicht ohne war. Dabei hat jeder seinen eigenen Anspruch, aber man sollte eben vorsichtig sein, zu vergleichen. Das macht auch super unzufrieden, wie ich feststellen musste. Aber die Kurve habe ich bekommen und Feedback bekomme ich von denen, die ich betreue. Das mag ich auch an dieser Bereichspflege. Allumfassend. Jeder arbeitet auf seine Art und Weise und jeder denkt, dass er alles richtig macht. Aber wir sind Menschen, auch uns passieren Fehler. Wichtig dabei ist doch, dass wir zu diesen auch stehen können. Und da habe ich schon einiges für mich erlebt und geklärt.
Momente, die man für sich festhalten sollte, sind dann solche, wie auf folgendem Bild:

Ganz ehrlich, der Spaß kommt definitiv nicht zu kurz. Und ja, manchmal ist es auch echt laut auf Station und es wird viel gelacht, aber auch das macht uns als Team aus. Übrigens ist das eine Kollegin von mir, die es mit ihrer Arbeit sehr genau nimmt, fragt, wenn sie sich unsicher ist und zum Patienten auch einen klasse Umgang hat, auch wenn sie von manchen Persönlichkeiten genervt ist. Auch wenn man sich mit ihr näher unterhält, steckt da mehr dahinter als manch andere von ihr behaupten. Aber das macht die Lebenserfahrung, auch wenn sie noch eine der Jüngsten im Team ist. Und so ist eben jeder auf seine Art und Weise besonders. Sympathie ist dabei zweitrangig. Wir haben einen verantwortungsvollen Job neben unseren ärztlichen Dienst und ich denke, das wissen alle zu schätzen. Zu meckern gibt es immer was.
Das alles funktioniert nur mit einem guten Fundament. Das ist unsere Leitung. Manchmal tatsächlich etwas zu nett, aber das Herz am richtigen Fleck! Danke für dieses Team, danke für diese 10 Jahre, danke für die Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Unterstützung. Danke an euch alle, weil ihr es wert seid, jeder Einzelne von euch!
Vielleicht geht die HNO noch 10 Jahre in die Verlängerung für mich. Die Chancen stehen wieder besser als noch vor einem dreiviertel Jahr. Kämpfen wir füreinander und nicht gegeneinander. DANKE!!!
Mal wieder ein toll geschriebener Beitrag. Aus dem Herzen und die Ansicht der heutigen Generation widerspiegelnd.
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