Entschlafen

Aus gegebenen Anlass möchte ich mich heute einem Hund widmen, der mir doch näher stand, als ich je vermutet hätte.

Die alte Dame, Jacky, die Hündin meiner besten Freundin Jeanette, durfte heute entschlafen und Ava und ich durften sie noch einmal sehen.

Nie erwartet, dass es mir so nahe geht, aber es hat mich auch an den 10.01.2025 erinnert und daran, wofür Freundschaft wirklich steht. Man ist füreinander da, auch wenn man es manchmal nicht so zulassen möchte.

Ava durfte sich von Jacky verabschieden und sie hat es echt hart getroffen. Sie waren eben doch enger verbunden durch die 5 Monate Betreuung 2020/21. Man mag es kaum glauben, aber ein Herz und eine Seele.

Ich kann nicht genau beschreiben, aber das, was ich eben erleben durfte, war für mich überaus wichtig. Ava trauert massiv. Nach dem Abendbrot kam sie zu mir angekuschelt, so lange wie nie zuvor, und wimmerte leise vor sich her. Immer den Körperkontakt suchend, bis sie endlich einschlief vor Erschöpfung. Der Wahnsinn. So heftig hatte ich es nicht vernommen bei Spike letztes Jahr. Vielleicht ist es die Bindung, die mittlerweile anders ist. Auf jeden Fall war es beeindruckend und ja, es tut auch weh. Aber das darf es.

Vor einigen Wochen durfte ich eine Woche lang auf Jacky aufpassen, das allererste und auch das letzte Mal. Es lief gut, aber man merkte ihr das Alter dennoch an. Die beiden Mädels waren halt doch ein Team.

Wer findet das Herz?

Ob es am Ende nun Demenz war oder doch etwas anderes, was in Jackys Kopf vorging, können wir nicht beurteilen. Fakt ist, dass die letzte Zeit eine voller kritischer und kraftraubender Momente war. Trotzdem gab es auch die schönen und lustigen Augenblicke, die man einfach Innehalten sollte. So durfte sie gestern noch ’ne Tüte Chips essen. Es war egal, denn irgendwie war es abzusehen, dass es die Tage soweit sein wird.

Und so geschah es heute, einen Tag vor ihrem 12. Geburtstag. Schade, nicht ganz erreicht, aber vielleicht hat alles seinen Grund. Auch sie bekommt ihren Platz im Zuhause wieder zurück in einer wundervoll passenden Gefäß. Und mag es makaber für den einen sein, für uns ist es einfach auch bedeutsam.

Und so trauern wir alle, sowohl die Hunde, als auch wir dazugehörigen Menschen als Rudel. Aber Jacky wird es gut gehen da oben, wo sie sich nun befindet. Und Spike freut sich sicher über die Dicke da oben. Endlich gemeinsam mit dem Ball zocken oder einfach auch nur so. Man weiß ja nie, was da so los ist.

Es ist immer schwer loszulassen. Aber Erinnerungen sind doch immer wieder so wundervoll. Meistens bleiben doch die positiven Momente im Kopf. Das geschieht ganz unbewusst, denn es ist das Zusammenspiel zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein. Es funktioniert eben so. Begründen können wir es nicht. Aber wollen wir das manchmal überhaupt?

Wir behalten Jacky in wunderbarer Erinnerung. Und wenn ich es an Avas Reaktion reflektieren darf, war sie eben etwas ganz Besonderes.

Danke, dass ich das bewusst erleben darf, auch wenn es halt mal weh tut. Aber das ist okay! Es gehört zum Leben dazu und leider werden Hunde eben nicht so alt wie wir Menschen. Da wird es immer Abschiede geben.

Mach’s gut, liebe Jacky. Es war eine schöne Zeit, die du auf der Erde haben durftest.

Wenn sie nicht hörte, hörte sie auf den Namen Hässlich. 🙂

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Autor: famyvo

Ich geh arbeiten, meine Hobbies sind die Fotografie, das Erkunden neuer Wanderwege für mich und meinen Hund, zudem bin ich spontan immer mal unterwegs im Landesgebiet. Willkommen im Leben!

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