Zelte abbrechen

Guten Abend ihr Lieben.

Es war gestern Abend besiegelt. Etappe 3 und 4 werden definitiv nicht mehr gemacht durch den Verlust vom Spezialhundefutter. Es war aber nicht der einzige Grund. Die Grenzen zeigten sich eben und da uns Cassandra schon verlassen musste, wollten wir nicht noch mehr verlieren. Meine Idee gestern Abend war dann einfach, die Talsperre Heyda zu umrunden. Die Frage nach Anstiegen kam auf, aber ich konnte alle beruhigen. Das ist nichts im Vergleich zu dem, was wir zuvor gemacht hatten die Tage.

So ging es mit dieser Idee ins Bett. Es sollte eine frische Nacht werden und war es auch. Die Tage zeigten mir, wie wichtig Wärme, eine gute Position und vor allem Ruhe für einen erholsamen Schlaf sind: enorm!!! Frieren ist blöd, von lauten Geräuschen wach werden ebenso und wenn man immer wieder sich hochrutschen muss, weil das Zelt eine kleine Neigung hat, ist das auch nicht passabel.

Der Körper, aber auch der Kopf brauchen Erholung. Und das lernt man bei solch einem Abenteuer zu schätzen. Aber eben auch die gegenseitige Unterstützung. Zudem merkt man mal wieder, was man so hat an Hab und Gut. Wenn man einfach mal mit 12-20kg loszieht und auch so gut zurande kommt.

Heute Vormittag nach einer kalten Nacht ging es erst gegen 8 Uhr aus dem Zelt. Danach frisch machen, frühstücken in Ruhe und abbauen. Ava und Laura waren ganz gut drauf. Trotzdem schon fertig. Selbst Ava kam in der Nacht angekuschelt und ich habe sie mit meiner Weste etwas zugedeckt. Lena war mit ihrem Auto durch den gestrigen Abbruch schon am Zeltplatz und so konnten Caro und ich mit Gepäck schon einmal zu unseren Autos gebracht werden. Caro holte dann Stefan und das restliche Gepäck ab und wir trafen uns am Stausee in Heyda ca. 14 Uhr. Es war eine schöne gemeinsame gemütliche Runde ohne Gepäck bis auf ein Rucksack mit Getränken und Snacks. Die Hunde konnten sich im See abkühlen, denn die Sonne hatte schon wieder gute Power. Das hat mein Gesicht am Abend dann auch gemerkt.

Nach dieser schönen Runde, einer Umrundung, fuhren wir alle nach Hause. Alle sind sicher und gut angekommen und Ava ist nach ihrem Abendessen direkt auf den Balkon gefallen. Die Grenzen der Hunde haben wir wohl völlig übererreicht. Aber trotzdem ist es bewundernswert, wie sie mitziehen, obwohl sie fertig sind. Das zeigte mir wieder einmal mehr, dass wir für unsere Hunde die Grenzen setzen müssen. Wir haben gut gekämpft, nicht alles geschafft, aber auch nicht verloren. Wir sind an Erfahrungen gewachsen und ich gebe zu, ich hätte so richtig Lust, die Umrundung irgendwann noch mal schaffen zu wollen. Vielleicht mit einer leicht geänderten Planung, aber gern mit Sack und Pack. Es macht Lust auf mehr.

Ich möchte dem Organisator Stefan danken, auch wenn ihm die Enttäuschung an Ende auch etwas ins Gesicht geschrieben war. Danke auch an Caro für ihre Hilfe an dem Abgrund und beim ersten Zeltaufbau mit Bodenkampf. Cassandra danke ich fürs Kennenlernen, denn bisher hatten wir nur mal eine gemeinsame Runde. Lena, die jüngste im Team, danke ich für den Fahrdienst und bin stolz, dass auch sie das so gut mitgezogen hat. Wir alle dürfen uns auf die Schultern klopfen für diese besondere Leistung. Denn das war sie auf jeden Fall. Und eines muss man lassen: bis auf einen kleinen materiellen Verlust sind alle gesund wieder zurück gekehrt. Körperlich und mental etwas durch, aber keine Verletzungen. Grenzen neu erreicht und Muskelmiez, aber immer wieder die Kraft zum Aufstehen und Weiterlaufen.

Und so freue ich mich nun nach einer Dusche auf mein warmes, weiches Bett und kann das Fenster schließen, wenn es Lärm draußen gibt oder es zu kalt wird. Ava wird eine Woche fast vollständig geschont. Sie soll die Erholung bekommen, die sie benötigt.

Ich wünsche euch allen einen schönen Samstagabend. Genießt das Leben, aber testet auch mal eure Grenzen, um vielleicht feststellen zu können, dass manches doch nicht so schwer ist. Gemeinsam geht es manchmal auch viel besser.

Bis bald. Gute Nacht.

Hinweis: lachende 80 Höhenmeter auf dieser Runde
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Autor: famyvo

Ich geh arbeiten, meine Hobbies sind die Fotografie, das Erkunden neuer Wanderwege für mich und meinen Hund, zudem bin ich spontan immer mal unterwegs im Landesgebiet. Willkommen im Leben!

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